LATIN QUARTER – RELEASING THE SHEEP (WESTPARC MUSIC/INDIGO)

LATIN QUARTER – RELEASING THE SHEEP (WESTPARC MUSIC/INDIGO)

Mit Latin Quarter meldet sich neben The Specials eine weitere Polit-Pop-Kapelle aus dem Vereinigten Königreich zurück, und auch die hat nichts an lyrischer Schärfe und Direktheit eingebüßt, auch wenn das letzte Album der besonders in den 1980-er Jahren immens erfolgreichen Band schon einige Jahre zurückliegt. Auf »Releasing The Sheep« spielen die beiden Gründungsmitglieder Steve Skaith und Steve Jeffries eine Reihe von neuen Songs, die z. B. um die Black-Lives-Matter- Thematik kreisen. Andere Stücke wiederum sind frisch überarbeitete Tracks der Band aus den Achtzigern. Allen gemeinsam ist allerdings die grandiose Qualität der Band, lyrische Tiefe und Ernsthaftigkeit in erstaunlich poppige Melodien zu kleiden; ein Kontrast, der den Hörer dazu verleitet, sich angezogen von eingängigen Melodien zum Nachdenken überreden zu lassen.

RENAISSANCE – SCHEHERAZADE & OTHER STORIES REMASTERED AND EXPENDED (CHERRY RED RECORDS)

JOHN MURRY | THE STARS ARE GOD’S BULLET HOLES (SUBMARINE CAT RECORDS / ROUGH TRADE)

In den legendären Londoner Abbey Road Studios nahmen die aus den Yardbirds hervorgegangenen Renaissance 1975 mit ihrer charismatischen Sängerin Annie Haslam dieses Meisterwerk des Progressive Rock auf, ein Album mit nur vier Songs – der Titelsong ist dafür gut 25 Minuten lang. Das Album basiert locker auf den Erzählungen aus Tausendundeiner Nacht. Um zwei weitere CDs in einer kleinen Box erweitert liegt dieses symphonische Rock-Opus nun erneut – remastered and expanded – auf. CD 1 enthält das Original-Album mit der „Ocean Gypsy“-Single Version als Bonus-Track, CD 2 präsentiert Renaissance live auf der 1976-er Tour zum Album in Nottingham, Tonträger 3 ist eine DVD mit einem

THE SPECIALS – PROTEST SONGS 1924-2012 (ISLAND/UNIVERSAL)

KU’DAMM 56: DAS MUSICAL (BMG)

In Bochum beginnt demnächst wieder der »Starlight Express« damit, seine Rollschuh- Runden zu ziehen, in Berlin wird etwas später auf dem »Ku’damm 56« getanzt. Das neue Musical, für das Peter Plate von Rosenstolz und sein Songschreiber- Kollegen Leo Sommer die Musik geschrieben haben, startet Ende November und wer erwartet hat, dass die Songs dazu auch an den Sound der Fünfziger angelehnt sind, der wird eine Überraschung erleben. Plate und Sommer kleiden die bewegende Geschichte über das Schicksal der Tanzschul-Inhaberin Catherina Schöllack und ihrer drei Töchter in 18 zumeist klischeefreie, sprich musikalisch keineswegs zeittypische Musikstücke, die der Tanzschul-Kulisse entsprechend, allerdings zumeist sehr rhythmusbetont daherkommen.

THE THE – THE COMEBACK SPECIAL – LIVE AT THE ROYAL ALBERT HALL (earMusic/EDEL)

THE THE – THE COMEBACK SPECIAL – LIVE AT THE ROYAL ALBERT HALL (earMusic/EDEL)

Johnny Marr (The Smiths), Gail Ann Dorsey (David Bowie) oder Zeke Manyika (Orange Juice) haben alle mal zusammen mit Matt Johnson in dessen Band The The gespielt, die mit ihrem höchst attraktiven und faszinierenden Mix aus Rock, Blues, Pop und Wave und der außerordentlichen Songwriterqualitäten des Frontmannes besonders in den 1980er-Jahren Erfolge feierte. Eine ganze Weile war allerdings nichts mehr zu hören von The The. Das Doppel-Album »The Comeback Special« aus der altehrwürdigen Royal Albert Hall soll das nun ändern. In angemessener Atmosphäre spielen Johnson und seine zum Teil verjüngte Band die Klassiker („This Is The Day“, „Uncertain Smile“, „Sweet Bird Of Truth“, „Infected“ u. v. a. m.) sowie weitere Tracks aus dem Repertoire, zum Teil mit spannenden und überraschenden neuen Arrangements oder Interpretationen. Das macht Lust auf mehr und vor allen Dingen auf neue Songs von The The.

SPARKS | ANNETTE (SONY MUSIC)

SPARKS | ANNETTE (SONY MUSIC)

Neues, ambitioniertes Werk der Brüder Ron und Russel Mael, eher und besser bekannt als Sparks. Die Musik zum in Cannes viel beachteten Musical-Drama »Annette« stammt aus der Feder der beiden umtriebigen, amerikanischen Musikschaffenden und es hätte keiner besseren Kreativen bedurft, um eine tragische Geschichte mit ganz vielen kuriosen Facetten musikalisch zwischen Pop und Wave, Klassik und Chanson in Szene zu setzen, denn mit skurrilen und bisweilen bizarr anmutenden Songs wussten und wissen die Sparks von jeher umzugehen, weshalb die Geschwister nach wie vor zu den unverzichtbaren Gestalten des Pop zählen. Empfehlenswert!

JOHN MURRY | THE STARS ARE GOD’S BULLET HOLES (SUBMARINE CAT RECORDS / ROUGH TRADE)

JOHN MURRY | THE STARS ARE GOD’S BULLET HOLES (SUBMARINE CAT RECORDS / ROUGH TRADE)

John Murry ist ein amerikanischer Singer/ Songwriter und ein adoptiertes Mitglied der William Faulkner-Familie. Es ist das dritte Album des hochgelobten Musikers, den nicht wenige in einem Atemzug mit Kollegen wie Nick Cave und Mark Lanegan nennen. Seine sehnsüchtigen, melancholischen, schwermütigen, sehr eindringlichen Songs erinnern aber auch an Chuck Prophet oder Warren Zevon. Er widmet sich seiner eigenen Traurigkeit, aber auch der Verzweiflung der Menschen um ihn herum. Mag sein, dass das alles ziemlich niederschmetternd klingt, aber Murrys Musik, die daraus erwächst, ist einfach nur grandios!

KU’DAMM 56: DAS MUSICAL (BMG)

KU’DAMM 56: DAS MUSICAL (BMG)

In Bochum beginnt demnächst wieder der »Starlight Express« damit, seine Rollschuh- Runden zu ziehen, in Berlin wird etwas später auf dem »Ku’damm 56« getanzt. Das neue Musical, für das Peter Plate von Rosenstolz und sein Songschreiber- Kollegen Leo Sommer die Musik geschrieben haben, startet Ende November und wer erwartet hat, dass die Songs dazu auch an den Sound der Fünfziger angelehnt sind, der wird eine Überraschung erleben. Plate und Sommer kleiden die bewegende Geschichte über das Schicksal der Tanzschul-Inhaberin Catherina Schöllack und ihrer drei Töchter in 18 zumeist klischeefreie, sprich musikalisch keineswegs zeittypische Musikstücke, die der Tanzschul-Kulisse entsprechend, allerdings zumeist sehr rhythmusbetont daherkommen.

TEXAS - HI (BMG)

TEXAS - HI (BMG)

Die schottische Kapelle mit dem Namen eines US-Bundestaates - benannt allerdings nach dem Wim Wenders-Film »Paris, Texas« - und der Sängerin mit französischen, maltesischen, italienischen, irischen und deutschen Wurzeln, ist von jeher ein Garant für intelligente und gleichzeitig wunderbare Pop- Songs gewesen, die schon alleine wegen Sharleen Spiteris ausdrucksstarker Stimme in der Erinnerung bleiben. Das setzt sich mit »Hi«, dem ersten Album der Glasgower seit vier Jahren, fort. Von entspannt soulig bis flockig- tanzbar, von countryesk bis folkig und mit dem Wu-Tang Clan wird sogar gerappt. Die musikalische Bandbreite ist einmal mehr beeindruckend und typisch Texas.

NATALIE IMBRUGLIA | FIREBIRD (BMG)

NATALIE IMBRUGLIA | FIREBIRD (BMG)

»Firebird« ist das sechste Album der australisch-britischen Sängerin Natalie Imbruglia, die sich hier u.a. mit dem Gitarristen Albert Hammond Jr. von den The Strokes zusammen getan hat, nachdem sie zuvor bereits mit dessen Bandkollegen und Sänger Julian Casablancas gearbeitet hatte. Wer die vorangegangenen fünf Studiowerke der enorm ausdrucksstarken Sängerin kennt, der weiß, dass Imbruglia zwar einen deutlich spürbaren Hang zu feinen Melodien hat, diese allerdings nie oberflächlich daherkommen, sondern Ecken und Kanten haben. Gleiches gilt für »Firebird«, das den inhaltlichen Themen wie Stärke und Zerbrechlichkeit, Unabhängigkeit und Verletzlichkeit entsprechend, musikalisch, sowohl emotionale, als auch kraftstrotzende Momente hat, die niemals banal, sondern durchweg spannend und inspirierend geraten.

KIM WILDE - POP DON’ T STOP (CHERRY RED RECORDS)

KIM WILDE - POP DON’ T STOP (CHERRY RED RECORDS)

Das Bochumer Mädel Kim Wilde - die Shows der Britin während des Frauen- WM-Fan Festes 2011, in der Zeche 2018 und beim Zeltfestival 2019 sind noch in allerbester Erinnerung - hat in diesem Jahr nach dem fulminanten, letzten »Here Come The Aliens« - Studio- und dem anschließenden »Aliens Live« - Album zwarnureinen Best-Of-Nachfolger im Gepäck, aber den gleich in zwei Versionen. Das Prunkstück ist das »Pop Don’t Stop - Deluxe Expanded Box Set« mit fünf CDs und zwei DVDs mit wirklich allen Hits auf drei Tonträgern, B-Seiten auf CD 4 und Remixen auf CD 5. Die DVD zeigt alle Videos der Sängerin.

MARC ALMOND ENCHANTED: EXPANDED EDITION (CHERRY RED RECORDS)

MARC ALMOND - ENCHANTED: EXPANDED EDITION (CHERRY RED RECORDS)

Mindestens dreimal, 1985, 1987 und 2009, gab sich der frühere Soft-Cell-Sänger Marc Almond nach der Trennung des erfolgreichen Synthie-Pop-Duos als Solo-Künstler in der Bochumer Zeche die umjubelte Ehre. Unter anderem den Hit „A Lover Spurned“ vom 1990-er Album »Enchanted« hat Almond bei seinem letzten Bochumer Besuch im März 2009 auch live gespielt. Das zehn Songs umfassende Werk liegt nun in einer um zwei weitere Tonträger erweiterten Jubiläumsausgabe, einer Expanded Edition, wieder auf (um 20 (!) Bonus-Tracks und eine DVD mit Promotion-Videos erweitert).

DROPKICK MURPHYS - TURN UP THAT DIAL (BORN & BRED RECORDS / [PIAS])

DROPKICK MURPHYS - TURN UP THAT DIAL (BORN & BRED RECORDS / [PIAS])

Eine Übersetzung ins Hochdeutsche würde der deutlichen Botschaft, die die Bostoner Irish-Punk-Urgesteine Dropkick Murphys mit diesem ersten Album seit dem Vorgänger »11 Short Stories Of Pain & Glory« vor vier Jahren verbreiten, in keinster Weise gerecht werden. Getreu dem Motto: „Get up, get out of those sweatpants you’ve been wearing for the last year…better times are ahead – LET’S F-in’ GO!!” legt die Truppe aus der Massachusetts-Metropole mit prallem Dudelsack, fideler Fiddle, Attacke-Akkordeon, blechernem Banjo, trillernder Tin Whistle und krawalligem Rock-Instrumentarium ungebremst los. Am 21. Januar 2022 sind sie live in der Dortmunder Westfalenhalle! Klasse!

WEEZER - VAN WEEZER (ATLANTIC / WARNER)

WEEZER - VAN WEEZER (ATLANTIC / WARNER)

Eine Verneigung vor ihren Hard Rock-Göttern, allen voran Eddie Van Halen, wie es der Albumtitel -  unschwer zu erkennen - andeutet, gelingt den US-Alternative- und Surf-Rockern Weezer auf großartige Art und Weise mit ihrem neuen Album »Van Weezer«. Ganz viele Metal-Versatzstücke, wie etwa Joan Jetts Riff zu „I Love Rock’n’Roll“ im Song „All The Good Ones“, in dem auch beklagt wird, dass viele Gute des Metals bereits von uns gegangen sind oder Ozzys „Crazy Train“ in „Blue Dream“ tauchen auf und verschmelzen mit dem typischen Weezer-Sound zu einem faszinierenden, musikalischen Hörgenuss.

HOOKERS & BLOW - HOOKERS & BLOW (GOLDEN ROBOT RECORDS/SOULFOOD)

HOOKERS & BLOW - HOOKERS & BLOW (GOLDEN ROBOT RECORDS/SOULFOOD)

Der langjährige Guns N’Roses-Keyboarder Dizzey Reed und der Quiet Riot- Gitarrist Alex Grossi, die schon 2003 beschlossen hatten, ihre Drinks in Hollywoods Rock-Etablissements mit Cover-Songs zu begleichen, sowie Johnny Kelly, Mike Duda und Mit-Sängerin Nadja sind Hookers & Blow. Jahre später liegt das Debüt-Album des Quintetts vor und obwohl es ein weiteres Cover-Album unter unzählig vielen ist, ist »Hookers & Blow« ein absolut hörenswerter Streich. Egal, ob „Rocks Off“ von den Stones, „Ziggy Stardust“ von Bowie, „American Girl“ von Tom Petty, „No Quarter“ - neben „Trampled Under Foot“ eine weitere Zeppelin-Nummer - oder „Saturday Nights Alright for Fighting“ von Elton John - kein Cover geht daneben, alles sind Killer und keine Filler. Sauber!

FARGO - STRANGERS D’AMOUR (STEAMHAMMER / SPV)

FARGO - STRANGERS D’AMOUR (STEAMHAMMER / SPV)

Dieser „Fargo-Pedda“ Knorn ist ohne Zweifel eine deutsche Rock-Legende! Anfang der 1970-er Jahre gründete Peter Knorn in Hannover die Band Fargo, aus der später die Hard Rock-Kapelle Victory hervorging. Die Ursprungstruppe Fargo hat der Hannoveraner seit einigen Jahren wieder reaktiviert und »Strangers D’Amour« ist das zweite Studioalbum seit der Reunion. Freunde eines sehr geradlinigen Classic-Rock, der ein wenig sogar an die „krautige“Hannoveraner Zeit mit Bands wie Eloy und Jane anknüpft, kommen auf ihre Kosten und wer dann noch mehr über diesen Typen Knorn wissen möchte, dem sei die Fortsetzung seiner Musiker- und Bandmanager-Erfahrungen und -Erlebnisse, die Lektüre »Fargo-Peterchens Mondfahrt«, empfohlen.

HERBERT GRÖNEMEYER/VARIOUS ARTISTS - THE PROBLEM OF LEISURE: A CELEBRATION OF ANDY GILL AND GANG OF FOUR (GILL MUSIC / INGROOVES)

HERBERT GRÖNEMEYER/VARIOUS ARTISTS - THE PROBLEM OF LEISURE: A CELEBRATION OF ANDY GILL AND GANG OF FOUR (GILL MUSIC / INGROOVES)

„Wie schreibt man über einen Freund, der sich mit seiner stoischen, warmblütigen Art in deinem Herzen verankert hat und der dann so plötzlich aus dem Leben gegangen wird. Andy Gill kochte so gut, wie er Gitarre spielte, er trank gerne so viel, wie er dickköpfigwar, er produzierte wie er seinen trockenen Humor schliff“ - die Wertschätzung, die Herbert Grönemeyer seinem im Februar 2020 verstorbenen, langjährigen Freund und Gang Of Four-Gitarristen, Songschreiber und Gründungsmitglied Andy Gill entgegengebracht hat, ist jedem posthumen Satz des Bochumer Jungen anzumerken. „„I Love a Man in a Uniform“ haben wir als Song ausgewählt, weil er in seiner Songstruktur meiner Art zu schreiben ähnlich ist“. Grönemeyer ist einer von vielen - u.a. Gary Numan, Gail Ann Dorsey, Flea und John Frusciante, The Sounds, The Dandy Warhols, Helmet, Tom Morello von Rage Against The Machine zusammen mit Serj Tankian von System Of A Down, die Andy Gill auf der Song-Compilation »The Problem Of Leisure: A Celebration of Andy Gill And Gang Of Four« ihren fälligen Tribut zollen. Gills Witwe Catherine Mayer freute sich immens über Herberts Engagement auf dem Sampler: „Andy war voller tiefer Bewunderung für Herberts künstlerische und musikalische Größe und er liebte ihn als einen Freund.Tolles Werk!

IMELDA MAY - 11 PAST THE HOUR (DECCA/UNIVERSAL)

IMELDA MAY - 11 PAST THE HOUR (DECCA/UNIVERSAL)

Auf seinem letzten Album, dem auch an dieser Stelle gepriesenen Tribut an seinen musikalischen Inspirator Chuck Berry, hat sich Ron Wood die irische Sängerin Imelda May zur Unterstützung ans Mikrofon geladen. Nun revanchiert sich der Stones-Gitarrist mit einer fetzigen Saiten-Einlage auf dem May-Blues-Rocker „Just One Kiss“, der darüber hinaus noch mit Noel Gallagher von Oasis als Duett-Partner aufwartet. Doch nicht nur diese hochkarätig besetzte Nummer begeistert auf dem neuen Album der Dublinerin. Es ist die abwechslungsreiche musikalische Mischung vom Rock’n’roll über den Blues, den Jazz, ein bisschen Folk, bis hin zu Neo-Noir-Klängen.

NANCY WILSON - YOU AND ME (CARRY ON MUSIC / BERTUS)

NANCY WILSON - YOU AND ME (CARRY ON MUSIC / BERTUS)

Nancy wer? „Barracuda“, „“Magic Man“, These Dreams“, „Alone“ sind nur einige der unzähligen Hits, die Nancy Wilson und ihre Band Heart unsterblich gemacht haben. Nun kommt die Gitarristin mit ihrem ersten Soloalbum daher. Dafür hat sie sich u.a. Duff McKagan von Guns N’Roses, Taylor Hawkins von den Foo Fighters und Van Halens Sammy Hagar als Gäste geladen und legt zwölf zwischen gefühlvollem und straightem Rock und Americana-Folk pendelnde Songs daher. Es sind eigene und auch Coverversionen, u.a. „Daughter“ von Pearl Jam, „Dreams“ von den Cranberries“ und „The Rising“ von Bruce Springsteen. Packender Höhepunkt: der knallende Rocker „Party At the Angel Ballroom“ mit McKagan und Hawkins. Emotionales Highlight: Die emotionale Verbeugung vor Gitarrenkollege Eddie van Halen in „4 Edward“.

SELIG - MYRIADEN (UNIVERSAL)

SELIG - MYRIADEN (UNIVERSAL)

Von den recht urwüchsigen Grunge-Rock-Wurzeln der frühen Selig-Tage ist auf »Myriaden« kaum noch etwas übrig geblieben. Schade, mag man auf den ersten Blick meinen, aber mehr als entschädigt wird man auf dem achten Album von Sänger Jan Plewka und seinen außerordentlichen musikalischen Mitstreitern durch eine stilistische Bandbreite, die keine Wünsche offen lässt. Rock - der Song „Selig“ dürfte die ganz alten Fans der Band mehr als entschädigen -, Funk, Chansoneskes, Balladeskes - die gewaltig schwelgende Nummer „SMS O.K.“ ist das „November Rain« von Selig mit einem schrammeligen Gitarrensolo -, Sprechgesang sogar - das gesamte 12-Song-Programm-Paket der Liebeslieder für den Planeten und das Miteinander.

MARIANNE FAITHFULL WITH WARREN ELLIS - SHE WALKS IN BEAUTY (BMG RIGHTS)

MARIANNE FAITHFULL WITH WARREN ELLIS - SHE WALKS IN BEAUTY (BMG RIGHTS)

Der australische Musiker und Komponist Warren Ellis hat gerade erst ein weiteres, gemeinsames Album mit seinem Kumpel Nick Cave aufgenommen und veröffentlicht, da steht bereits diese begeisternde Kollaboration zusammen mit der großen Diva des Rock, Marianne Faithfull, an. Die weiterhin an den Folgen einer Covid-19-Erkrankung leidende erfüllt sich mit »She Walks In Beauty« einen lang gehegten Traum, nämlich die Vertonung geliebter Poesie, vornehmlich von Poeten aus der Epoche der Romatik. Shelles, Keats, Byron, Wordsworth, Tennyson und Hood kommen zu Gehör, rezitiert von einer, die Texte aufsaugenden und anschließend voller Sensibilität und Inbrunst sprechenden Sängerin.

SAXON - INSPIRATIONS (SILVER LINING MUSIC)

SAXON - INSPIRATIONS (SILVER LINING MUSIC)

Nun haben es Saxon auch getan: ein Album ausschließlich mit Coverversionen. Sehr bezeichnend »Inspirations« betitelt, kommt das allerdings mit einigen faustdicken Überraschungen daher. Es sind Songs dabei wie „Paint It Black“ von den Stones zum Beispiel oder „Paperback Writer“ von den Beatles, aber auch „See My Friends“ von The Kinks. Die haben es besonders Saxon-Sänger Biff Byford angetan, weil sie ihn in der Phase des Heranwachsens vom Kind zum harten Rocker auf die richtige Bahn brachten. Die Kracher dürfen aber auch nicht fehlen: „Immigrant Song von Led Zeppelin, „Speed King“ von Purple oder „The Rocker“ von Thin Lizzy. Einfach klasse!!!

ANTIHELD - DISTURBIA (ARISING EMPIRE/EDEL)

ANTIHELD - DISTURBIA (ARISING EMPIRE/EDEL)

Man liegt zum Glück doch auch mal falsch damit, wenn man konstatiert, die aktuelle deutsche Musikszene reduziere sich ausschließlich auf musikalische Dünnbrettbohrer, die mit musikalischer und lyrischer Inhaltsleere die Radiound TV-Show-Landschaft zumüllen. Antiheld aus Stuttgart machen echte Rockmusik und haben auch etwas zu sagen! Die Songs sind eingebettet in einen recht rauen, aber enorm spannenden Mix aus Rock, Grunge, Punk und Rap, der allerdings keine Scheu vor feinen Melodien hat. Die zwölf neuen Songs des dritten Albums befassen sich mit Versagensängsten, Rausch, Tod und Ignoranz - herrlich ironisch verpackt in einen so irreführenden Songtitel wie „Sommer Unseres Lebens“.

EVANESCENCE - THE BITTER TRUTH (SONY MUSIC)

EVANESCENCE - THE BITTER TRUTH (SONY MUSIC)

Nach zehn Jahren Funkstille melden sich Evanescence aus Little Rock, Arkansas mit einem neuen Album zurück. Inhaltlich beschäftigen sich die neuen Songs der Band um Frontfrau Amy Lee mit den großen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts, mit Kampf, Verlust und Bewältigung der oft bitteren Realität. Egal, ob melodischer oder alternativ-schrammelnder Rock, druckvoller Power-Metal, ambitionierter Elektro-Rock, Evane-scence schaffen auf »the Bitter Truth« in jeder musikalischen Hinsicht beeindruckende Fakten.

MICK FLEEDWOOD - CELEBRATE THE MUSIC OF PETER GREEN AND THE EARLY YEARS OF FLEETWOOD MAC (BMG)

MICK FLEEDWOOD - CELEBRATE THE MUSIC OF PETER GREEN AND THE EARLY YEARS OF FLEETWOOD MAC (BMG)

Das 2CD und Blu-ray Mediabook enthält: 2CD, HD Blu-ray in 2.0 Stereo, 5.1 Surround Sound und Dolby Atmos, ein 20-seitiges Buch mit neuen Liner Notes von Anthony Bozza in Zusammenarbeit mit Mick Fleetwood, sowie Live- und Behind-The-Scenes-Fotos des Konzerts und der Proben. Der legendäre Schlagzeuger Mick Fleetwood schaffte es eine Starbesetzung für ein einzigartiges Konzert zu Ehren der frühen Jahre von Fleetwood Mac und seinem Gründer Peter Green zu gewinnen, welches am 25. Februar 2020 im Londoner Palladium stattfand. Ein Abend für die Ewigkeit nun als 2 CD Box mit Blu-ray.

ACCEPT | TOO MEAN TO DIE (NUCLEAR BLAST / ROUGH TRADE)

ACCEPT | TOO MEAN TO DIE (NUCLEAR BLAST / ROUGH TRADE)

Hier hat das Virus nicht den Hauch einer Chance. Einfach weggeblasen werden Corona und Konsorten von den elf neuen, brettharten Tracks der teutonischen Ur-Heavy-Metaller Accept. »Too Mean To Die« ist bereits deren 16.(!) Studioalbum und es kommt bewusst direkt und kompromisslos daher, beinahe ohne einen einzigen Schnörkel, direkt auf die Zwölf also. Ja, klar, die Mannen um Mastermind Wolf Hoffmann erfinden hier nichts neu, aber Zeiten wie diese verlangen einfach auch musikalisch Bewährtes, wenn sonst schon alles um einen herum den Bach herunter zu gehen scheint. Sagen wir es zum Schluss wie es ist, mit der einzigen Ballade des Albums: „The Best Is Yet To Come“! Jetzt wissen wir: Alles wird gut! (Leider schmälern z.T. saudumme Texte ein absolutes Hörvergnügen, aber Meinungsfreiheit ist ja ein hohes Gut! - Bildung aber auch!)

MAXIMO PARK | NATURE ALWAYS WINS (PROLIFICA / [PIAS] RECORDINGS / ROUGH TRADE)

MAXIMO PARK | NATURE ALWAYS WINS (PROLIFICA / [PIAS] RECORDINGS / ROUGH TRADE)

Maximo Park sind eine Indie-Rock-Pop-Kapelle aus Newcastle und »Nature Always Wins« ist bereits deren siebtes Studioalbum seit der Bandgründung zur Jahrtausendwende. Wenn man über sie und ihren mittlerweile sehr unverwechselbaren Sound liest, dann taucht da und dort auch eine voll und ganz treffende Einordung auf: Irgendwo zwischen The Jam und Roxy Music seien die Songs der Briten angesiedelt. Auf den Punkt genau getroffen. „Child Of The Flatlands“ beispielsweise, eine vorab veröffentlichte Single, untermauert dies, schillernde und melodische, im Refrain direkte und durchaus schmissige Songs mit Power.

FOO FIGHTERS | MEDICINE AT MIDNIGHT (RCA /SONY)

FOO FIGHTERS | MEDICINE AT MIDNIGHT (RCA /SONY)

Der alte Grunger Dave Grohl ist jetzt sogar präsidiabel geworden. Auf der Inauguration von Joe Biden intonierte er mit seinen Foo Fghters eine Hymne auf… Lehrer! Wie das wohl seinem Ex Kurt Cobain gefallen hätte? Überhaupt sind Grohl und die Fighters derzeit sehr gut drauf. Zumeist optimistisch nach vorne blickend, präsentieren sie ihre, dieses Mal gar nicht so aggressiv, gepeitschten Songs. Die positive Kraft des Rock spiegelt sich in nahezu jedem der neuen, zumeist sehr eingängigen Stadion-Rock-Tracks der Band, die in Liedern wie „Waiting On A War“, aber die nachdenklichen Töne keinesfalls unterschlägt.

BARRY GIBB | GREENFIELDS - THE GIBB BROTHERS’ SONG| BOOK VOL. 1 (CAPITOL / WARNER)

BARRY GIBB | GREENFIELDS - THE GIBB BROTHERS’ SONG| BOOK VOL. 1 (CAPITOL / WARNER)

Der Wurzeln vieler Songs der Bee Gees hätten immer schon in der Country-Musik gelegen, behauptet Barry Gibb, einziger noch lebender Bruder, des so immens erfolgreichen, australischen Geschwister-Trios. Die Songs sind hier im Country- und Bluegrass-Kleid und mit illustren Gästen wie Alison Krauss, Keith Urban, Dolly Parton oder Jason Isbell, sowie Country-Musikern der Extraklasse und einem großen Orchester neu eingespielt und gesungen. Herrlich anzuhören, wie die ohnehin feinen Kompositionen, auf diese Weise interpretiert zu neuem Leben erwachen.

DONOTS | BIRTHDAY SLAMS LIVE (SOLITARY MAN/UNIVERSAL)

DONOTS | BIRTHDAY SLAMS LIVE (SOLITARY MAN/UNIVERSAL)

Nach dem Karriere-Rückblick »Silverhochzeit« zum 25. Bandjubiläum legen die Ibbenbürener Punk-Rocker Donots nun ihr erstes Live-Album »Birthday Slams« von der Jubiläums-Tour mit Gastbeteiligung vor, u.a. von Drummer Vom Ritchie von den Toten Hosen oder Sänger Sammy von den Broilers. Gerade wir Bochumer sind ja bereits mehrfach in den Genuss von grandiosen Live-Performances der sympathischen Donots-Herren in unserer Stadt gekommen, wir wissen also zur Genüge, um die Live-Stärke der Band und unserem VfL diente ihr Song „We’re Not Gonna Take It“ ja auch lange als - die deutlich bessere als die derzeitige Tor-Hymne.

TREVOR BOLDER | SAIL THE RIVERS (BOLDER RECORDS/ROUGH TRADE)

TREVOR BOLDER | SAIL THE RIVERS (BOLDER RECORDS/ROUGH TRADE)

Der Bassist Trevor Bolder ist zeitlebens der Mann im Hintergrund an den vier Saiten geblieben, zuerst in David Bowies Band The Spiders From Mars, dann bei Wishbone Ash und zuletzt, bis zu seinem Tode 2013 bei Uriah Heep. Ehemalige Kollegen seiner letzten beiden musikalischen Stationen haben nun maßgeblichen Anteil daran, dass mit »Sail The Rivers« das erste Album mit eigenen Songs von Bolder veröffentlicht wird. Zum Teil sind es Songs, die auch auf Heep-Alben zu hören waren, andere sind bisher aber unveröffentlichtes, ureigenes Classic- Rock-Werk. Allesamt sind die zehn Tracks jedoch neu eingespielt, u.a. mit Mick Box (Uriah Heep) und Laurie Wisefield (Wishbone Ash) an den Gitarren. Diese besondere Hommage hat sich der außerordentliche Musiker aus Yorkshire redlich verdient.

MICHAEL SCHENKER GROUP | IMMORTAL (NUCLEAR BLAST/ROUGH TRADE)

MICHAEL SCHENKER GROUP | IMMORTAL (NUCLEAR BLAST/ROUGH TRADE)

Der Gitarrist aus Hannover feiert 2021 sein 50. Dienstjubiläum und auch seinen 66. Geburtstag. Da hat sich Michael Schenker dann auch den Albumtitel „Immortal“, also unsterblich, gegönnt und illustre Gäste geladen, wie etwa Ronnie Romero (Rainbow), Brian Tichy (Whitesnake), Simon Phillips (Toto), Ralph Scheepers (Primal Fear), Joe Lynn Turner (Deep Purple) und Derek Sherinian (Dream Theater), um nur einige zu nennen. Mit denen zusammen spielt er sich durch die 12 neuen MSG-Tracks, die Freunden eines klassischen Heavy Metal und des immer noch außerordentlich virtuosen Gitarrenspieles des nur kurzzeitigen Scorpions an der Seite seines Bruders Rudolph einmal mehr und für immer und ewig die Freudentränen in die Äuglein treiben dürfte.

KYLIE MINOGUE | DISCO (BMG)

KYLIE MINOGUE | DISCO (BMG)

Hätte jemand der damals 19-jährigen „I Should Be So Lucky“ trällernden Göre eine solche Karriere zugetraut? Nein, ganz sicher nicht. Sogar mit Nick Cave hat Kylie Minogue später Musik gemacht und der treibt’s ja auch nicht mit jedem! Und zuletzt wurde auf „Golden“ ein bisschen mit dem Country geflirtet. Um nun anscheinend den Menschen auf der Welt den Corona-Frust zu nehmen und wieder Bewegung in die Quarantäne-Glieder zu bringen, hat die Australierin nun offenbar diese »Disco«-Scheibe am Start, die mit sehr hübschen und flotten Songs im Stile des 70-er und 80-er Jahre Dance-Pop a là Donna Summer bis Diana Ross treffen auf Daft Punk jeglichen Lockdown-Trübsal vertreiben dürfte.

FAITHLESS | ALL BLESSED (BMG RIGHTS)

FAITHLESS | ALL BLESSED (BMG RIGHTS)

Das Album des Jahres 2020 ist »All Blessed« von Faithless. Die britischen Elektro- Hip-Hop-Trip-Hop-Dub-Pop-Musiker legen zehn Jahre nach ihrem letzten Studioalbum zwölf neue Songs vor, die nicht nur alle nahtlos ineinander übergehen, sondern in ihrer atmosphärischen Dichte und ihrer unglaublichen Intensität in Wort und Ton auch unmittelbar miteinander verknüpft sind. Das gilt sowohl für die sehr beat-lastigen Stücke, wie auch für eher sphärischen Sound-Kollagen, die die Verwurzelung von Faithless auch im Kraut-Rock veranschaulichen.

HAWKWIND LIGHT ORCHESTRA | CARNIVOROUS (CHERRY RED RECORDS)

HAWKWIND LIGHT ORCHESTRA | CARNIVOROUS (CHERRY RED RECORDS)

Seit ihrer Gründung anno 1969 haben die britischen Space Rock-Pioniere Hawkwind so viele Studio-, Live-und Compilation-Alben herausgebracht, dass nur Eingeweihte noch einen Überblick haben. Das einzig „überlebende“ Gründungsmitglied Dave Brock spielte alleine mit dem Hawkwind Light Orchestra die 14 Tracks des neuen Albums »Carnivorious« - ein Anagram des Wortes Coronavirus - ein. Die typische bluesig-psychedelische Atmosphäre ist auch in deisem gewand Gewand jederzeit spürbar. Klasse!

MADSEN | NA GUT DANN NICHT (MUTE / [PIAS])

MADSEN | NA GUT DANN NICHT (MUTE / [PIAS])

In der Quarantäne besannen sich Madsen auf Wesentliches und spielten in nur drei Wochen 13 neue, immens kraftvolle, punk-pop-melodische Songs ein, die sich mit der aktuellen Bedeutung und Relevanz des Genres auf entwaffnend humorvolle und dennoch nachdenkliche, aber auch angriffslustige Weise auseinandersetzen. Politisch wird es selbstverständlich auch, wenn die Band zum Beispiel die unreflektierte und daher unsägliche Das-wird-man-ja-mal-sagendürfen- Stimmung aufgreift und in dem gleichnamigen Song drastisch resümiert: „Behalte Deine Meinung“… „doch einfach mal für dich!“.

BRUCE SPRINGSTEEN | LETTER TO YOU (SONY)

BRUCE SPRINGSTEEN | LETTER TO YOU (SONY)

Der Boss hat die Kumpels von der E-Street Band wieder um sich herum versammelt und mit »Letter To You« ein krachendes Rock-Album eingespielt, mittlerweile das 20. in seiner bewegenden Karriere, das zwar mit der Nummer „One Minute You’re Here« eher getragen, dafür inbrünstig beginnt, der allerdings dann sogleich mit dem Titelsong ein sehr klassischer Springsteen-Rocker folgt, der Fans sicherlich das Herz schneller schlagen lässt. In dem Tempo geht es Song für Song weiter, im „Burning Train“ oder im hymnischen „House Of A Thousand Guitars“. In nur fünf Tagen sind die Songs eingespielt worden. Das hört man ihnen an und es tut ihnen sehr gut, denn roh und ungeschliffen, knackig und authentisch stecken zwölf Rock-Diamanten in diesem »Letter To You«.

THE DIRTY KNOBS | WRECKLESS ABANDON (BMG RIGHTS)

THE DIRTY KNOBS | WRECKLESS ABANDON (BMG RIGHTS)

Wohl nicht nur Tom Petty-Fans dürfte der Name Mike Campbell ein Begriff sein, denn der Mann war Gitarrist von dessen Heartbreakers und nach Pettys Tod auch der von Fleetwood Mac. Hier nun übernimmt er in seiner eigenen Band neben der Gitarre auch den Gesang, den Rezensenten irgendwo zwischen Randy Newman und Pete Droge verorten, der allerdings manchmal auch nach seinem ehemaligen Band-Boss oder Bob Dylan klingt, wie etwa in der immens melodischen Mundharmonika-Ballade vom „Irish Girl“. Das Gros der Songs auf »Wreckless Abandon« ist dagegen im geradlinigen, amerikanischen Rock mit allen seinen Facetten verortet, den Mike und seine Kollegen mit der Muttermilch aufgesogen zu haben scheinen, so souverän und unprätentiös gehen die Dirty Knobs zu Werke. Herr Petty wäre mächtig stolz auf die Platte seine Kumpels, die übrigens ein Cover der Artwork-Legend Klaus Voormann ziert.

U2 | ALL THAT YOU CAN’T LEAVE BEHIND (ISLAND / UNIVERSAL)

U2 | ALL THAT YOU CAN’T LEAVE BEHIND (ISLAND / UNIVERSAL)

Einen Song wie diesen braucht man in Tagen wie diesen einfach, weil er aufbaut und Kraft spendet. Mit der Single „Beautiful Day“ eröffneten U2 ihr 2000-er Album »All That You Can’t Leave Behind«, einmal mehr hervorragend produziert von Daniel Lanois und Brian Eno. Die Scheibe enthielt mit den Stücken „Stuck In A Moment You Can’ t Get Out Of« sowie „Elevation« noch weitere Song-Klassiker der Band, mit denen die Iren nach »Achtung Baby«, »Zooropa« und »Pop« wieder auf eine etwas rockigere Schiene abbogen. Das richtige Highlight ist allerdings die Bonus-Live-CD mit Songs der »Elevation Tour« aus dem Fleet Center, Boston, Massachusetts.

BLIND GUARDIAN | IMAGINATIONS FROM THE OTHER SIDE - 25TH ANNIVERSARY EDITION (MUTE / [PIAS])

BLIND GUARDIAN | IMAGINATIONS FROM THE OTHER SIDE - 25TH ANNIVERSARY EDITION (MUTE / [PIAS])

25 Jahre ist es her, da nahmen die NRW-Heavy-Metaller um den singenden Bassisten und musikalischen Kopf der Band, Hansi Kürsch, dieses für Blind Guardian sicherlich wegweisende Album auf, dessen 25. Jahrestag nun würdig mit einem Live-Album gefeiert wird. Aufgenommen bei uns fast umme Ecke, nämlich 2016 in der Oberhausener Turbinenhalle. Kürsch & Co spielten das komplette Album an diesem Abend in der originalen Reihenfolge und gaben den ohnehin schon stimmungsgewaltigen Tracks auf der Bühne noch mehr Druck. So durften sich beide Fraktionen von BG-Fans glücklich fühlen, die, die dem immer geringer werdenden Speed Metal-Anteil immer noch nachtrauerten, sowie auch die, die an den mehr und mehr herrlich ausgefeilten Songspielereien Gefallen fanden.

DEEP PURPLE - WHOOSH! (EARMUSIC / EDEL)

DEEP PURPLE - WHOOSH! (EARMUSIC / EDEL)

Ian Gillan & Co. melden sich mit einem neuen Studioalbum zurück, das unserem Bochumer Purple-Fan und -Kenner Axel Rudi Pell ein ehrliches „Respekt!“ abnötigt. Ein „tolles und experimentierfreudiges Album“ sei der Band mit »Whoosh!« gelungen, das er „in dieser Form nicht erwartet hätte“. Deep Purple schlagen auf »Whoosh!« tatsächlich einen herrlichen Bogen von dem Sound und den Ideen ihrer frühen Tage, (z.B. „And The Address“), hin zu durchaus experimentellen Stücken (z.B. „Nothing At All“). Ohne Zweifel gehört »Whoosh« in eine Reihe mit vielen weiteren Top-Rock-Klassiker-Alben dieser unverwüstlichen Band!

DEPECHE MODE - LIVE SPIRITS - SOUNDTRACK (COLUMBIA/SONY MUSIC)

DEPECHE MODE - LIVE SPIRITS - SOUNDTRACK (COLUMBIA/SONY MUSIC)

»Live Spirits« ist das 21-Tracks-Musik-Dokument zur finalen Show der Global-Spirit- Tour-Shows der Briten auf der Berliner Waldbühne, das von neuen Songs über Klassiker und eine beeindruckend warmherzige Performance, alles zu bieten hat, was die Band kann und die Fans begeistert. Absolutes Highlight der Live-Show ist allerdings „Heroes“, die Verbeugung von Martin L. Gore, Dave Gahan und Andrew Fletcher vor David Bowie. In Kooperation mit Sony Music verlosen wir 3 CDs »Live Spirit« von Depeche Mode. Einfach eine E-Mail mit dem Stichwort „Depeche Mode“ an info@wunderbar-marketing.de bis zum 05.11.20 senden. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen, Gewinne werden nicht bar ausgezahlt.

ERASURE - NEON (MUTE / [PIAS])

ERASURE - NEON (MUTE / [PIAS])

Die zehn neuen Erasure-Tracks vom 17. Studioalbum »Neon« sind enorm gefällige und ohrenumschmeichelnd um die Ecke kommende Elektro-Pop-Stücke, wie sie wohl nur Vince Clarke und Andy Bell so unverkennbar gelingen. Die beiden Briten sollen beim Studiogang in Atlanta, Georgia allerbester Stimmung und optimistisch in die Zukunft blickend gewesen sein, was jedem Ton von »Neon« anzumerken ist. In Kooperation mit Mute Germany verlosen wir 1 Vinyl-Album und 1 CD »Neon« von Erasure. Einfach eine E-Mail mit dem Stichwort „Erasure“ an info@wunderbar-marketing.de bis zum 05.11.20 senden. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Gewinne werden nicht bar ausgezahlt.

NICK MASON’S SAUCERFUL OF SECRETS - LIVE AT THE ROUNDHOUSE (SONY MUSIC)

NICK MASON’S SAUCERFUL OF SECRETS - LIVE AT THE ROUNDHOUSE (SONY MUSIC)

Alle Freunde einer kreativen, psychedelisch gefärbten Rockmusik mit ihren Wurzeln in den späten 1960-er und frühen 1970-er Jahren wissen, dass Pink Floyd bereits vor ihrem Meilenstein »Dark Side Of The Moon« einige famose Alben eingespielt haben. Diese frühen Oeuvres der damaligen britischen Studenten-Band nimmt sich seit einiger Zeit der Floyd-Schlagzeuger Nick Mason mit einigen enorm kompetenten Mitstreitern an und bringt sie erneut zur Aufführung, so im Londoner Konzert-Tempel Roundhouse. Es ist schon überaus erstaunlich, wie unverkennbar old-fashioned einerseits, aber überhaupt nicht leblos, sondern sehr vital, andererseits eher 60-ies-Beat-Pop-Tracks, wie „Arnold Lane“, aber auch verschrobenere Nummern wie „Set The Controls For The Heart Of The Sun“ von Mason und seinen Kollegen, stilecht inszeniert werden. Wunderbar anzusehen ist die Live-Show ebenfalls, denn »Live At The Roundhouse« kommt auf zwei CDs mit einer DVD zusätzlich daher.

VARIOUS ARTISTS - ANGELHEADED HIPSTER - THE SONGS OF MARC BOLAN & T.REX (BMG)

VARIOUS ARTISTS - ANGELHEADED HIPSTER - THE SONGS OF MARC BOLAN & T.REX (BMG)

Die Songs des britischen Hippie-Pop- und anschließend Glam-Rock-Stars Marc Bolan mit und ohne seine Kapelle T.Rex sind einfach unkaputtbar. Einmal mehr beweist das diese bemerkenswerte Song-Compilation »AngelHeaded Hipster«, die 26 Bolan-Songs in außergewöhnlichen Neuinterpretationen präsentiert, aus denen gleich mehrere hervorstechen, etwa die sehr emotionale von Nick Cave, der sich an den „Cosmic Dancer“ heran traut und glänzt. Joan Jett rockt ein flottes „Jeepster“, U2 und Elton John kommen dem Original von „Get It On“ immerhin nahe, Marc Almond gelingt eine dramatische Interpretation des „Teenage Dream“ mit Klezmer-Klängen.

DAVID BOWIE - CHANGESNOWBOWIE (PARLOPHONE / WARNER)

DAVID BOWIE - CHANGESNOWBOWIE (PARLOPHONE / WARNER)

Die neun Songs sind bei der BBC zu Bowies 50.Geburtstag von ihm und seinen Mitstreiter/innen Reeves Gabrels, Gail Ann Dorsey und Mark Plati eingespielt worden, wobei lediglich das Velvet Underground-Cover „White Light / White Heat“ hier musikalisch etwas aus dem Rahmen fällt, weil es mit verzerrtem elektrischen Instrumentarium etwas lautstärker gerät. Die anderen Songs, u.a. eine wunderbare, mit Gail Ann Dorsey zweistimmig intonierte Version von „Alladin Sane“, aber auch „the Man Who sold The World“, „Lady Stardust“, „Andy Warhol“ oder „Quicksand“ - erstrahlen in reduzierten, vornehmlich akustischen Versionen in neuem, schlichtem, aber nicht weniger ausdrucksstarken Licht.

THE PSYCHEDELIC FURS - MADE OF RAIN (COOKING VINYL / SONY MUSIC)

THE PSYCHEDELIC FURS - MADE OF RAIN (COOKING VINYL / SONY MUSIC)

Beinahe zwei komplette Dekaden nach ihrem letzten Studio-Album »World Outside « kommen die britischen Post-Punk- und Alternative-Rocker um die Brüder Richard und Tim Butler mit einem musikalisch ebenso fulminanten und frischen, wie dramatisch-grandiosen, neuen Album daher. Einen Pop-Song wie den Hit „Pretty In Pink“ aus dem gleichnamigen Kino-Erfolg mit demselben Titel sucht man hier zwar vergebens, aber der war ohnehin nicht ganz typisch für den Sound der Band. Die markante Stimme Richard Butlers krönt ausdrucksstark und charismatisch, beinahe an die faszinierende Wirkung eines David Bowie erinnernd, zwölf neue Songs.

SPARKS - A STEADY DRIP, DRIP, DRIP (BMG)

SPARKS - A STEADY DRIP, DRIP, DRIP (BMG)

Auf mittlerweile stolze 24 Studioalben bringt es die Diskografie der kalifornischen Brüder Ron und Russell Mael mit dem neuen Album »A Steady Drip, Drip, Drip« und sowohl ihr kreatives, wie auch humoristisches Potenzial scheint immer noch schier unerschöpflich. Aktuelle Songtitel wie etwa „Stravinsky’s Only Hit“ oder das Wortspiel „Onomato Pia“ - rhetorisch begeisterte Zeitgenossen, sind da beim Lacher klar im Vorteil! Die Songs überzeugen ebenso von dem Ideenreichtum der Sparks, wie auch das außerordentliche breite, musikalische Spektrum, das die Maels hier erneut auffächern. Das reicht von flottem, aber lyrisch hintergründigen Bubblegum-Pop („I’m Toast“) über die gewohnt dramatisch- theatralischen Töne („Sainthood Is Not The Future“), gleichfalls mit interessantem Text, bis hin zu einerseits elektro-poppigen und andererseits jazzig- swingig anmutenden Songs. Ein musikalischer Hochgenuss!

MADSEN - LICHTJAHRE LIVE (ARISING EMPIRE / WARNER)

MADSEN - LICHTJAHRE LIVE (ARISING EMPIRE / WARNER)

Gar nicht so lange her, dass Madsen mit »10 Jahre« 2014 ihr letztes Live-Album veröffentlichten. Zwei weitere Studioalben, »Kompass« und »Lichtjahre« später, tut es das Quartett schon wieder: »Lichtjahre Live«. Sicherlich auch, weil Madsen zwar durchweg spannende Indie-Rock-Songs auf ihre Alben zaubern, aber gerade live einfach unwiderstehlich sind. Wer die geballte Rock-Energie der Emsländer auf der Bühne immer noch nicht erleben konnte, der sei auf den 18. April hingewiesen. Da spielen Madsen mit ihren Gästen Nada Surf in Dortmund.

In Kooperation mit Starkult Promotion verlosen wir 3 signierte CDs »Lichtjahre Live« von Madsen und in Kooperation mit der prime Entertainment GmbH 2x2 Tickets für das Konzert von Madsen (Support: Nada Surf) am 18.04.2020 in der Warsteiner Music Hall in Dortmund. Einfach eine E-Mail mit dem Stichwort „Madsen-CD“ oder „Madsen-Tickets“ an info@wunderbar-marketing.de bis zum 05.04.2020 senden. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Gewinne werden nicht bar ausgezahlt.

NADA SURF - NEVER NOT TOGETHER (CITY SLANG / ROUGH TRADE)

NADA SURF - NEVER NOT TOGETHER (CITY SLANG / ROUGH TRADE)

Endlich mal eine Band, die die Hoffnung an das Gute in der Welt und das Vertrauen in die Menschheit noch nicht aufgegeben hat. Nada Surf aus New York tun ihren Optimismus und ihre tiefe humanistische Überzeugung aktuell bereits mit ihrem neunten Studioalbum kund! Kein Wunder daher, dass »Never Not Together « wieder mit herrlich melodischen Songs voller nach vorne drängendem Power-Pop zu überzeugen weiß. Neun Songs, die positive Emotionen erzeugen, finden sich auf einem Album, das seine Hörer beglückt zurücklässt und in Vorfreude auf das Konzert von Nada Surf als Gäste von Madsen am 18. April in Dortmund.

In Kooperation mit City Slang verlosen wir 3 CDs »Never Not Enough« von Nada Surf. Einfach eine E-Mail mit dem Stichwort „Nada Surf-Tickets“ oder „Nada Surf-CD“ an info@wunderbar-marketing.de bis zum 05.04.2020 senden. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen Gewinne werden nicht bar ausgezahlt.

Neue Musik

TESLA - FIVE MAN LONDON JAM (UNIVERSAL)

TESLA - FIVE MAN LONDON JAM (UNIVERSAL)

TESLA ist eine der weltweit gefeierten und erfolgreichsten Rockbands. Seit fast 35 Jahren feiert TESLA internationale Erfolge in den Charts, im Radio und auf Tourneen, mit mehreren Platin-Alben und über 15 Millionen Albumverkäufen weltweit. Ihr bluesiger, gefühlvoller Sound ist stark in den Ursprüngen des authentischen Rock'n'Roll der 1970er Jahre verankert. Five Man London Jam ist ein Live-Album mit einigen ihrer kultigsten Songs aus ihrem Katalog. Five Man London Jam wurde in 4K High-Definition aufgenommen und gefilmt, als Hommage an ihr von der Kritik gefeiertes und äußerst einflussreiches Top 20 Platin-Album Five Man Acoustical Jam. Aufgenommen in den berühmten Abbey Road Studios spielten TESLA unter anderem ihre Titel "Love Song" und "What You Give". Außerdem performte die Band zum ersten Mal live ihren neuen Song "California Summer Song" von ihrem letzten Album „Shock". Ihr legendäres Debüt „Mechanical Resonance“ wird natürlich auch gewürdigt. Die Frage lautet zum Schluss selbstredend, können Tesla das Niveau des legendären Live-Albums „Five Man Acoustical Jam“ aus dem Jahr 1990 halten? Durchaus, vor allem ist die Band erheblich gereift und auch das Material neueren Datums macht sich verdammt gut in der Set List. Erhältlich als Doppel-Vinyl!

JONI MITCHELL – SHINE (UNIVERSAL)

JONI MITCHELL – SHINE (UNIVERSAL)

 Shine ist das 19. Studioalbum von Joni Mitchell und es wurde 2007 bei Castle Oaks Productions von Dan Marnien aufgenommen. Es war das erste Album mit neuen Liedern seit Taming The Tiger von 1998, auf dem 10 neue von Joni geschriebene Lieder zu hören sind, sowie ein Gastauftritt ihres langjährigen Freundes James Taylor und eine aktualisierte Version ihrer Single Big Yellow Taxi von 1970. Shine wurde von der RIAA mit Gold zertifiziert und gewann 2008 den Grammy Award für die beste Pop-Instrumental-Darbietung für One Week Last Summer. Diese 1LP-Veröffentlichung war noch nie auf Vinyl erhältlich und wurde bei RTI auf 180-Gramm-Vinyl gepresst. Nun liegt die Platte auf schwarzem Gold vor und sie klingt sehr dynamisch, glasklar und geradezu prachtvoll. Vor allem die akustischen Momente entfalten nun ihre volle Wirkung, dazu diese unverwechselbare Stimme Mitchells. Eine Platte zum runterkommen aus dem stressigen Alltag. Kaufempfehlung von einer der ganz Großen!

THE DIRTY KNOBS – WRECKLESS ABANDON (BMG Rights)

THE DIRTY KNOBS – WRECKLESS ABANDON (BMG Rights)

The Dirty Knobs, das ist die neue Band von Tom Petty & The Heartbreakers-Gitarrist Mike Campbell, der aber auch schon für und mit Fleetwood Mac, Bob Dylan, Stevie Nickes, Bob Seeger, Aretha Franklin, Neil Diamond, Roy Orbison, Don Henley, Joe Cocker usw. namhafte Musiker des Rock, Pop, Soul und Jazz gespielt und geschrieben hat. Sein Album-Debüt mit den Dirty Knobs gerät musikalisch kantig-rockig, durchaus von den vielen musikalischen Erfahrungen von Campbell und den anderen, ebenfalls gestandenen Bandmitgliedern beeinflusst, handwerklich erstklassig und unbedingt empfehlenswert für alle Leute, die Tom Petty und seinen Heartbreakers mit Fug und Recht noch immer viele Tränen hinterherweinen.

OZZY OSBOURNE - ORDINARY MAN (SONY)

OZZY OSBOURNE - ORDINARY MAN (SONY)

Mit einem echten Hard-Rock-Kracher namens „Straight To Hell“ eröffnet der Altmeister seine neue Scheibe stilvoll. Anschließend, in den folgenden zehn ebenfalls nagelneuen Songs, präsentiert Ozzy eine überraschende Stilbreite, die im mit Elton John eingespielten Titelsong gipfelt, der allerdings nicht die einzige nicht-metallische Überraschung bleibt. Mit den Rappern Travis Scott und Post Malone geht der Birminghamer ebenfalls ungeahnte Wege und auch die G N’R-Musikanten Slash und Duff McKagan, RATM-Gitarrist Tom Morello und RHCP- Trommler Chad

THE BOOMTOWN RATS - CITIZENS OF BOOMTOWN (BMG)

THE BOOMTOWN RATS - CITIZENS OF BOOMTOWN (BMG)

36(!!!) Jahre liegen zwischen dem letzten Album der irischen Punk-Pop-Rocker um den Frontmann Sir Bob Geldof und dem neuen, immens beeindruckenden Album »Citizens Of Boomtown«. Angesichts der zehn neuen Stücke fragt man sich verwundert, warum die Iren nicht schon vorher diesen Schritt getan haben. Die neuen Songs sind erstaunlich frisch geraten, zum Teil recht roh und unbehandelt belassen, enorm facettenreich. Zwischen Glam-Rock, punkigem Pop und funkigem Groove wird eine ganze Palette von Genres sehr leidenschaftlich beackert.

MARC ALMOND - CHAOS AND A DANCING STAR (BMG)

MARC ALMOND - CHAOS AND A DANCING STAR (BMG)

Der ehemalige Soft-Cell-Sänger Marc Almond - mit ganz viel Bochumer Konzerterfahrung - gehört mit Fug und Recht zu den intelligentesten und bedeutendsten Pop-Künstlern, die unsere Brexit- und trotzdem Freunde von der Insel hervorgebracht haben. Der Offizier des Order Of The British Empire (OBE) präsentiert auf seinem neuen Album ganz viele Facetten seines umfangreichen musikalischen Schaffens. Flotter Eighties-Pop gehört da ebenso zu, wie getragenes Pathos, das auch gerne ins Chansoneske geht. Gesungen von einer unverkennbaren Stimme und Jethros Tulls Ian Anderson flötet sogar dazu. Große Unterhaltung!

MADSEN - LICHTJAHRE LIVE (ARISING EMPIRE / WARNER)

MADSEN - LICHTJAHRE LIVE (ARISING EMPIRE / WARNER)

Gar nicht so lange her, dass Madsen mit »10 Jahre« 2014 ihr letztes Live-Album veröffentlichten. Zwei weitere Studioalben, »Kompass« und »Lichtjahre« später, tut es das Quartett schon wieder: »Lichtjahre Live«. Sicherlich auch, weil Madsen zwar durchweg spannende Indie-Rock-Songs auf ihre Alben zaubern, aber gerade live einfach unwiderstehlich sind. Wer die geballte Rock-Energie der Emsländer auf der Bühne immer noch nicht erleben konnte, der sei auf den 18. April hingewiesen. Da spielen Madsen mit ihren Gästen Nada Surf in Dortmund.

In Kooperation mit Starkult Promotion verlosen wir 3 signierte CDs »Lichtjahre Live« von Madsen und in Kooperation mit der prime Entertainment GmbH 2x2 Tickets für das Konzert von Madsen (Support: Nada Surf) am 18.04.2020 in der Warsteiner Music Hall in Dortmund. Einfach eine E-Mail mit dem Stichwort „Madsen-CD“ oder „Madsen-Tickets“ an info@wunderbar-marketing.de bis zum 05.04.2020 senden. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Gewinne werden nicht bar ausgezahlt.

NADA SURF - NEVER NOT TOGETHER (CITY SLANG / ROUGH TRADE)

NADA SURF - NEVER NOT TOGETHER (CITY SLANG / ROUGH TRADE)

Endlich mal eine Band, die die Hoffnung an das Gute in der Welt und das Vertrauen in die Menschheit noch nicht aufgegeben hat. Nada Surf aus New York tun ihren Optimismus und ihre tiefe humanistische Überzeugung aktuell bereits mit ihrem neunten Studioalbum kund! Kein Wunder daher, dass »Never Not Together « wieder mit herrlich melodischen Songs voller nach vorne drängendem Power-Pop zu überzeugen weiß. Neun Songs, die positive Emotionen erzeugen, finden sich auf einem Album, das seine Hörer beglückt zurücklässt und in Vorfreude auf das Konzert von Nada Surf als Gäste von Madsen am 18. April in Dortmund.

In Kooperation mit City Slang verlosen wir 3 CDs »Never Not Enough« von Nada Surf. Einfach eine E-Mail mit dem Stichwort „Nada Surf-Tickets“ oder „Nada Surf-CD“ an info@wunderbar-marketing.de bis zum 05.04.2020 senden. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen Gewinne werden nicht bar ausgezahlt.

Neue Musik

RONNIE WOOD WITH HIS WILD FIVE - MAD LAD - A LIVE TRIBUTE TO CHUCK BERRY (BMG RIGHTS)

RONNIE WOOD WITH HIS WILD FIVE - MAD LAD - A LIVE TRIBUTE TO CHUCK BERRY (BMG RIGHTS)

Wer wäre an diesem denkwürdigen Abend im Tivoli Theatre in Wimborne nicht gerne dabei gewesen? Der jüngste Stone, Ron Wood, gab sich letztes Jahr die
Ehre und erwies mit seinen The Wild Five selbige nur allzu gerne seinem Idol Chuck Berry. Nur zwei Tracks, die Wood hier spielte, sind nicht von Berry; den
Opener und „Tribute“-Song verzapfte Wood selbst, der „Worried Life Blues“ von Big Maceo Merryweather reiht sich aber nahtlos ein in die Rock’n’Roll-Klassiker,
die an diesem Abend einer nach dem anderen (u.a. „Back In The USA“, „Little Queenie“, „Rock N Roll Music“ und natürlich „Johnny B Goode“) vom Stapel gelassen werden. Neben Wood brilliert Tastenmann Ben Waters mit virtuosem und kraftvollem Spiel und Imelda May veredelt mit ihrer grandiosen Blues-Stimme
den Track „Wee Wee Hours“.

ALAN PARSONS PROJECT - AMMONIA AVENUE (CHERRY RED RECORDS)

ALAN PARSONS PROJECT - AMMONIA AVENUE (CHERRY RED RECORDS)

Der Herr Klangmeister Alan Parsons höchstselbst hat seine Hand angelegt an diese Wiederveröffentlichung seines Projektes aus dem Jahre 1984, das es in
einer 3-CD-, Blu Ray- und einer 2 mal 12-Inch-Vinyl Limited Edition Deluxe Box Set-Variante geben wird. Das Besondere an dieser neuen Version von »Ammonia
Avenue« ist weniger, dass das Album von den originalen Master Tapes neu remastert worden ist, vielmehr sind es die 53(!) weiteren Songs, die es zu hören
gibt, aus den „Song-Tagebüchern“ von Eric Wolfsson, Parsons Compagnon auch bei dieser Aufnahme. Darunter sind feine unfertige, dennoch bemerkenswerte
Versionen der späteren fertigen Songs, die manch anderes Licht auf sie werfen - und bisweilen sogar spannender daherkommen, weil nicht selten ungeschliffener und lebendiger klingend.

FRANK TURNER & THE SLEEPING SOULS - SHOW 2000 - NOTTINGHAM ROCK CITY (X-TRA MILE RECORDS / UNIVERSAL)

FRANK TURNER & THE SLEEPING SOULS - SHOW 2000 - NOTTINGHAM ROCK CITY (X-TRA MILE RECORDS / UNIVERSAL)

Ein Termin, den man sich im Kalender dick anstreichen sollte: Am 11. Februar 2020 spielen die Bostoner Irish-Punk-Rocker Dropkick Murphys in der Dortmunder
Westfalenhalle! Was das mit dem britischen Singer/ Songschreiber und Folk-Punk-Rocker Frank Turner zu tun hat? Nun, die Bostonians haben den Mann
und seine Band The Sleeping Souls als Anheizer verpflichtet. Eine bessere Wahl hätten die Murphys gar nicht treffen können, denn was das Auditorium da an
musikalischer Energie und Power erwartet, das ist auf Turners aktuellem Live-Album - erscheint als CD/DVD-Version - zu bestaunen. Die ist das Dokument seiner
2000-ten Show in seiner Karriere, 2016 in Nottingham aufgenommen und akustischer, sowie visueller Ausdruck einer unbändigen Schaffenskraft und Bühnenpräsenz.

Neue Musik

VAN MORRISON - THREE CHORDS AND THE TRUTH (Exile / Caroline / Universal

VAN MORRISON - THREE CHORDS AND THE TRUTH (Exile / Caroline / Universal

Darüber muss geredet werden! Immerhin geht der gebürtige Nordire schon auf die Achtzig zu und dennoch scheint er so produktiv wie nie zuvor. Das sechste Album in vier Jahren! Das sind ja Sitten wie in den 1960-ern und 70-ern! 14 neue Songs schmücken »Three Chords And The Truth« und es sind keine Ausflüge in den Jazz oder Blues, sondern eher typische Morrison-Singer/Songschreiber-Stücke. Mit ganz viel Verstand und noch mehr Herz und Gefühl also. Besonders ein Track wie „Fame Will Eat Your Soul“ begeistert, weil er - mit ganz viel Inbrunst im Duett mit dem The Righteous Brothers-Sänger Bill Medley vorgetragen - viel über Morrisons Verständnis und Innenleben Preis gibt, genauso wie die grandiose Nummer „Dark Night Of Your Soul“. Gut, dass wir darüber geredet haben!

THE WHO - WHO (Polydor / Universal)

THE WHO - WHO (Polydor / Universal)

Dreizehn Jahre sind seit dem letzten The Who-Studioalbum vergangen. Diese neue Scheibe sei nun „das beste Album seit »Quadrophenia«“, meint Sänger Roger Daltrey überschwänglich und hat damit nicht Unrecht. Immerhin präsentieren die 11 Tracks von »Who« die Herren Pete Townshend, Roger Daltrey - mit immer noch kraftvoller, kerniger Stimme - sowie Drummer Zak Starkey und Bassist Pino Palladino mit u.a. Petes Bruder Simon und Benmont Tench von Tom Pettys Heartbreakers als Gästen sowohl als solide Hard-Rocker („All This Music Must Fade“, „Ball And Chain“) als auch facettenreiche Musiker. So endet das Album mit dem jazzigen und daher vom Titel her irreführenden Song „She Rocked My World“. The Who können und konnten nicht nur Rock! Das stellen sie auch heute noch souverän unter Beweis!

NICK CAVE AND THE BAD SEEDS (Ghosteen LTD)

NICK CAVE AND THE BAD SEEDS (Ghosteen LTD)

»Ghosteen« ist bereits das 17. Album des australischen Musikers, Sängers, Texters, Dichters, Schriftstellers und auch Schauspielers Nick Cave und seiner umtriebigen Band, den Bad Seeds. In beinahe allen seiner kreativen und künstlerischen Facetten präsentiert sich der Mann auch dieses Mal, dabei kongenial unterstützt von seinen musikalischen Männern an der Seite. Allesamt sehr ruhig, bedächtig, düster nicht selten, oft eher ambient-artig, kommen die neuen Stücke daher, die Cave selber als die „Eltern“-Songs der „Kinder“-Songs vom Vorgänger »Skelleton Tree« bezeichnet. Mehr Spoken-Words als Gesang bestimmt die elf neuen Tracks. Wenn man schon denkt, es gehe gar nicht mehr intensiver als auf »Skelleton Tree«, so setzt »Ghosteen« in dieser faszinierenden Hinsicht noch eine Schüppe drauf!

IGGY POP - FREE (Caroline / Universal)

IGGY POP - FREE (Caroline / Universal)

Wenn oft behauptet wird, diese neue Scheibe von Iggy Pop klinge wie keine andere Iggy Pop-Platte, dann ist das nur die halbe Wahrheit. Natürlich klingt Iggy immer wie Pop! Dafür sorgt schon sein markantes Organ, das hier allerdings tatsächlich düsterer droht als jemals zuvor. Schenkt man den Worten des Rock-Urgesteins Glauben, dann habe er die Platte „einfach passieren“ lassen. Ein bisschen ähnelt sie Bowies letztem Werk »Blackstar«, wenn man etwa den beinahe ambient-jazzigen Songs wie „Sonalil“ oder „Glow In The Dark“ lauscht. Der Thin White Duke ist danach von uns gegangen. Möge wenigstens Iggy noch viele Jahre auf Erden genießen.

SEEED - BAM BAM (BMG Rights / Warner)

SEEED - BAM BAM (BMG Rights / Warner)

Sieben Jahre nach dem letzten Studioalbum und zum ersten Mal nach dem tragischen Ableben ihres Frontmannes Deba Nabé meldet sich die Berliner Dancehall-Marching Band Seeed mit einem großartigen, neuen Album zurück. »Bam Bam« ist tatsächlich der großer Knall! Nicht nur bekommt man von Dancehall über Reggae, Rap, Hip Hop bis hin zu den sehnlichst erwarteten Bass-Schlägen in die Magengrube, alle so lange vermissten musikalischen Ingedienzien; auch sind dieses Mal alle Songs in Deutsch eingesungen. Die sieben Berliner Open-Air-Termine im September 2020 sind übrigens mit 150.000 Zuschauern schon alle ausverkauft. Am 25.11. sind die Berliner vor diesem Weihnachten noch einmal in Dortmund. Dafür gibt´s noch Tickets. Nix wie hin! Die Party wird grandios!

SODOM – OUT OF THE FRONTLINE TRENCH (SPV)

SODOM – OUT OF THE FRONTLINE TRENCH (SPV)

Nachdem die langjährigen Mitstreiter Bernemann (Gitarre) und Makka (Drums) nicht gerade gentlemanlike vor die Tür gesetzt wurden, hat Bandchef Tom Angelripper für seine Truppe neue Leute um sich gescharrt und diese machen ihren Job überraschend gut. Sogar so gut, dass von einem Qualitätsverlust aufgrund der Abwesenden tatsächlich keine Rede mehr sein kann. Auch hier ist die EP ein Vorgeschmack auf das kommende Album der Essener und es wird höchst anspruchsvoll geprügelt, was das Zeug hält. Der Bandklassiker „Agent orange“ wurde druckvoll neu aufgenommen, „Bombenhagel“ wurde als Live-Version verewigt. Für Fans der Kohlenpottler sicherlich ein feines Teilchen!

BENJROSE - WHERE DO WE GO (Artfarm Records/Rough Trade)

BENJROSE - WHERE DO WE GO (Artfarm Records/Rough Trade)

Eine kluge Frage stellt da die Kölner Band BenjRose um Namensgeber, Sänger und Songschreiber Benjamin Rose im Albumtitel. Die 10 Tracks des Albumdebüts »Where Do We Go« und die bemerkenswerte und bejubelte Show des Quartetts beim Bochum-Total-Festival Anfang Juli lassen nur eine Antwort zu: Ganz nach oben! Der melodische Rock des Foo-Fighter-Keyboarders Rami Jaffee mit-produziertem Erstlingswerk von BenjRose erinnert bisweilen an die Power und Leichtigkeit eines Lenny Kravitz, ist deutlich im Alternative-Rock verortet, kennt aber auch keine Scheu vor Pop-Melodien. Roses charismatische Stimmgewalt ist auf jedem Song das Sahnehäubchen, nur noch übertroffen von seiner begeisternden Live-Haftigkeit auf der Bühne.

FISHER-Z - SWIMMING IN THUNDERSTORMS (So-Real/[PIAS]/Rough Trade)

FISHER-Z - SWIMMING IN THUNDERSTORMS (So-Real/[PIAS]/Rough Trade)

Songs mit Tiefgang und einer fetten Prise Pop - das waren und sind immer noch die Qualitäten des Songschreibers und Musikers John Watts. Auf seinem Album zum 40. Bandjubiläum von Fisher-Z finden sich wieder 14 neue davon, zum Beispiel „Big Wide World“ über einen Soldaten, der versucht, sein Schicksal dadurch zu verarbeiten, dass er mittels Alkohol wieder in seine Jugend zurück flüchten will - ein letztendlich vergebliches Unterfangen natürlich. Andererseits kann man sich herrlich verlieren in den wunderbaren Melodien und größtenteils sanften Rhythmen, die Fisher Z hier kreieren. Wie beim Schwimmen - wenn da nicht die drohenden Gewitter am Himmel wären. Übrigens: Am 4. November besuchen John Watts und Fisher-Z die Zeche in Bochum. Auch live ist die Band eine Bank!

In Kooperation mit der [PIAS] Germany GmbH verlosen wir drei CDs »Swimming In Thunderstorms« von Fisher-Z. Einfach eine E-Mail mit dem Stichwort „Fisher-Z“ an info@wunderbar-marketing.de bis 31.10.2019 senden. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen Gewinne werden nicht bar ausgezahlt.

Tindersticks - Claire Denis Film Scores 1996 - 2009 (Box-Set) (Constellation Records)

Tindersticks - Claire Denis Film Scores 1996 - 2009 (Box-Set) (Constellation Records)

Als opulentes 5CD, 5LP Box Set veröffentlichen die Tindersticks alle ihre Kompositionen für die Filme von Claire Denis, die zwischen 1996 und 2009 gedreht wurden. Es handelt sich dabei um insgesamt 6 Filme, wobei der erste Soundtrack („Nenette Et Boni“, 1996) bereits als drittes Tindersticks-Album bekannt ist. Die Soundtracks für 4 dieser 6 Filme sind bisher unveröffentlicht. Die Zusammenarbeit der französischen Filmemacherin und Tindersticks ist eine der intensivsten in der Geschichte des kontemporären Kinos. Die Box enthält geradezu wundervolle Musik und die Tindersticks liefern was sie sollen: verträumte Sounds die auch ohne Film bestens funktionieren! Schicke Box, edel aufgemacht und wertvoll. Im kommenden Jahr auch im Schauspielhaus Bochum zu sehen.

SOFT CELL - SAY HELLO WAVE GOODBYE - 40 YEARS - A WILD CELEBRATION (UMC)

SOFT CELL - SAY HELLO WAVE GOODBYE - 40 YEARS - A WILD CELEBRATION (UMC)

40 Jahre Synthie-Pop der Extraklasse. Die feierten Marc Almond und Dave Ball vor frenetischem Auditorium am 30. September 2018 mit einer einmaligen Reunion-Show in London ausgiebig, wie sich auf dieser treffend »Say Hello Wave Goodbye« betitelten 2 CD/DVD-Veröffentlichung eindrucksvoll nachempfinden lässt. Das Sänger-Keyboarder-Duo findet auch live einmal mehr zu einer perfekten Symbiose. Ihre Songs, Hits und Raritäten, scheinen überhaupt nicht aus der Zeit zu fallen. 29 Tracks, die nach wie vor voller Kreativität und Rhythmus nur so strotzen, von „Memorabilia“  über „Torch“  und „Soul Inside“  bis „Tainted Love“  - der Titelsong ist dann der folgerichtige Rausschmeißer des Abends. Hier bleiben keine Wünsche offen.

Vinyl-Tipp MOTÖRHEAD - 1979 (BMG)

Vinyl-Tipp MOTÖRHEAD - 1979 (BMG)

Bergarbeiter-Streiks, Margaret Thatcher, Fußball-Hooligans, die Buggles und die Bee Gees - England im Jahre 1979 stand vor dem Abgrund. Dem stellten Motörhead vor nunmehr 40 Jahren die beiden brachialen und zu der Zeit musikalisch völlig überraschenden, ob ihrer Brutalität und Rücksichtslosigkeit völlig neuen Alben »Overkill« und »Bomber« entgegen, die Veröffentlichungen Nummer zwei und drei in der noch jungen Karriere von Lemmy Kilmister, Phil „Philthy Animal“ Taylor und „Fast“ Eddie Clarke. Alle drei erholen sich bereits redlich verdient im unendlichen Rock-Olymp. Das Deluxe-Box-Set »1979« setzt nun »Overkill« und »Bomber« ein verdientes Denkmal, denn es beinhaltet nicht nur die beiden Studioalben in runderneuerten Vinyl-Versionen - half-speed-mastered und 180 Gramm schwer -,  sondern es gibt auch noch so Einiges obendrauf, nämlich je ein Doppel-Album mit bisher unveröffentlichten Konzerten, viel zu lesen in einem Magazin-Booklet, ein Album mit B-Seiten, Outtakes, sowie Demos und Interviews, eine „No Class“-Single, ein »Overkill«-Notenheft und ein `79-Badge in einer schmucken Biker-Jacken-Kiste.   Damals beinahe skandalös, wie das britische Trio der Popmusik Ende der 70-er Jahre mit gnadenloser Härte in die Parade fuhr, ist diese »1979« Box mit ihrer Songauswahl heute noch ein Fanal für ein undogmatisches, kompromissloses, aber auch enthusiastisches und grenzenloses Verständnis des Rock´n´Roll. Einer wie Phil Campbell, Motörhead-Gitarrist von 1983 bis zum Lemmy Ableben und seine Band „ The Bastard Sons“ lebt dies übrigens weiter. Nachzuhören auf seinem neuen Album mit dem bezeichnenden Titel: »Old Lions Still Roar«.

Neue Musik

SANTANA - AFRICA SPEAKS (Concord/Universal)

SANTANA - AFRICA SPEAKS (Concord/Universal)

Rick Rubin weiß, wie man mit alten Helden des Rock umgeht und ihnen zu neuer Spannkraft verhilft. Mick Jagger, Johnny Cash, Neil Diamond und Black Sabbath haben davon bereits profitiert. Nun ist es Carlos Santana, der zusammen mit Rubin, einer illustren Band, aber vor allen Dingen mit der fantastischen, farbigen Sängerin Buika aus Spanien ein wunderbares Rhythm ´n`Grooves - Spätwerk hinlegt, das dem schwarzen Kontinent huldigt und dem grandiosen Gitarristen wieder beeindruckende Soli entlockt.

MADONNA - MADAME X (Universal)

MADONNA - MADAME X (Universal)

Liebe Leute, bitte mal halblang: Madonnas Auftritt beim ESC war kein glänzender Moment ihrer Karriere. Da sind wir einer Meinung! Der neue Song „Future“ jedoch hatte was: Dieser Mix aus Trip-Hop, Reggae, Dancehall und Pop und zwar trotz der Performance. Genau so verhält es sich mit dem dazugehörenden Album »Madame X». Latin, Reggae, R&B, Elektro, Pop, Alles da. Musikalisch meistens innovativ verstrickt und politisch liegt die Lady oft auch nicht falsch. Ihr Relevanz heute? Sicherlich nicht mehr so immens wie vor Jahren, aber daraus einen weiteren Vorwurf stricken? Unnötig!

THE RANCONTEURS - HELP US STRANGER (Third Man Records/PIAS)

THE RANCONTEURS - HELP US STRANGER (Third Man Records/PIAS)

Zur Erinnerung: Hinter den Raconteurs verstecken sich mit den beiden Gitarristen und Sängern Brendan Benson und Jack White (ex-White Stripes) zwei großartige Meister ihres Fachs und das ist in ihrem Fall ein wilder, erdiger Blues-Rock mit starken psychedelischen Elementen, der Seinesgleichen heutzutage
beinahe vergeblich sucht. White, Benson und ihre Mitstreiter lassen ihr Instrumentarium roh und ungezügelt erklingen und erreichen daher ihr selbstgestecktes
Ziel locker, den guten alten Rock´n´Roll „in die Zukunft zu schieben“!

BRUCE SPRINGSTEEN - WESTERN STARS (Sony)

BRUCE SPRINGSTEEN - WESTERN STARS (Sony)

Das letzte Studioalbum vom Boss, »High Hopes«, ist bereits fünf Jahre alt und nun wird es auch langsam Zeit, dass Bruce Springsteen mit 13 neuen Songs um
die Ecke kommt. Insgesamt 20 Musiker/innen hat der Mann um sich gescharrt, viel Gebläse und Gegeige gibt es zu hören, aber auch viel Folk und ein bisschen typischen Springsteen-Rock. Ein äußerst spannender und entspannter Mix aus zurück zu den Wurzeln und auf in die Seele des (amerikanischen) Westens. Ganz viel Soul und Rock gibt es dagegen von E-Street-Band-Kollege Little Steven und seiner ebenfalls vielköpfigen Band zu hören. Seine neuen Songs verbeugen sich vor Größen wie Sly Stone, Sam Cooke, James Brown, aber auch den Beach Boys. Sehr bunt und nicht weniger aufregend als die Scheibe vom Chef!

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JOURNEY - ESC4P3/FRONTIERS - LIVE IN JAPAN 2017 (Universal)

JOURNEY - ESC4P3/FRONTIERS - LIVE IN JAPAN 2017 (Universal)

Die Amerikaner gehören zu den Giganten des Mainstream-Rock und die beiden Studioalben »Esc4p3« und »Frontiers« zu Journeys erfolgreichsten und besten Werken. Neil Schon und Ross Valory, die beiden verbliebenen Gründungsmitglieder von Journey, spielen mit den ebenfalls langjährigen Kumpels Jonathan Cain und Steve Smith die beiden Klassiker-Alben komplett live vor begeistert mitgehenden Japanern. Wie frenetisch die Atmosphäre ist, das ist besonders der DVD bzw. Blue-ray zu entnehmen, die der 2-CD-Version von »Live in Japan 2017« beigegeben ist, die Journey in musikalischer Bestform präsentieren.

WHITESNAKE - FLESH & BLOOD (Frontiers / Soulfood)

WHITESNAKE - FLESH & BLOOD (Frontiers / Soulfood)

Mit dem Song ’Good To See You Again‘, eingeleitet mit ziemlich strammen Riffs, die den Kick-Ass-Opener mit Schmackes nach vorne los jagen, startet das
neue Album der zum Sextett angewachsenen Band um den Frontmann David Coverdale, deren Zenit nach den letzten Alben und recht drögen Live-shows
längst überschritten schien. Weit gefehlt, denn das neue Album ist eines aus Fleisch und Blut, mit allen Ingredienzien, die Whitesnake berühmt und berüchtigt
gemacht haben. Satter Bluesrock als Fundament jedes einzelnen Songs, dann mal mehr Richtung Hard Rock oder Heavy Metal. Die Balladen dürfen ebenfalls
nicht fehlen. Coverdales Stimme hat immer noch die faszinierende Dynamik früher Tage, zumindest im Studio. Passt also alles für ein Whitesnake-Album,
das die Fans mit Begeisterung aufnehmen werden.

UB 40 - FOR THE MANY (Wienerworld / H‛Art)

UB 40 - FOR THE MANY (Wienerworld / H‛Art)

Sie können es immer noch! Den Finger in die Wunden legen! Zum Beispiel gegen die Ignoranz der Mächtigen ansingen und die Ohnmacht der Schwachen öffentlich machen, wie in einem ’Im Alright Jack‘) der neuen Songs ihres aktuellen, 19. Studioalbums »For The Many«. Oder gegen Donald Trump, der hier unzweifelhaft mit dem Songtitel ‛Bulldozer’ gemeint ist. ‛What Happened To UB40’, fragen die Birminghamer in einem weiteren Song und nehmen die eigene Bandgeschichte darin augenzwinkernd auf´s Korn. UB40 sind zurück, nach fünf Jahren Albumpause. Und das in nahezu Originalbesetzung. Seit 40 Jahren! Zurück zu den Wurzeln heißt musikalisch die Devise, wobei Gast-Rapper und Urban-DJ-Freunde für moderne Facetten sorgen. Keine Frage, ein solches Jubiläumsalbum gelingt nicht jedem, so frisch und locker wie den neun Reggae-Herren von der Insel.

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DIDO - STILL ON MY MIND ( BMG Rights)

DIDO - STILL ON MY MIND ( BMG Rights)

Sechs Jahre ist es schon her, seit die Musikwelt zum letzten Male Neues von Dido zu hören bekommen hat. Nun hat sich die Britin wieder mit ihrem Bruder
Rollo, der ist Gründungsmitglied, kreativer Kopf und Multiinstrumentalist der englischen HipHop- und Elektro-Popper Faithless zusammen getan, um an »Still On My Mind« zu arbeiten. Auch hier dominiert ein spannender Stilmix, allerdings treffen eher ruhige elektronische Beats auf folkige Klänge und intelligenten Pop. Das kann die Frau aus dem Londoner Stadtteil Kensington immer noch mit links und selten zuvor wurde die Kraft der Musik eindrucksvoller beschworen, als mit ihrem neuen Song „You Don´t Need A God“.

THE 1975 - A BRIEF INQUIRY INTO ONLINE RELATIONSHIPS (Dirty Hit / Polydor / Universal)

THE 1975 - A BRIEF INQUIRY INTO ONLINE RELATIONSHIPS (Dirty Hit / Polydor / Universal)

So sperrig, wie der Albumtitel auch ist: Was uns das englische Quartett aus Manchester bei seinem dritten Streich musikalisch auftischt, ist Vieles dabei. Von Indie-Rock über poppige Nummern, stadiontaugliche Hymnen, Elektronisches, Jazziges und Spoken Words, alles ist dabei. Das muss der geneigte Hörer erst einmal alles sortiert bekommen. Das macht aber einen großen Spaß, denn The 1975 können das fast alles mit Bravour, auch wenn es an der Zusammenführung des Mixes noch ein klitzekleines Bisschen hapert. Besonders empfohlen sei übrigens die Vinyl-Version, denn das klasse Cover des Doppelalbums kommt hierbei am besten zur Geltung!

THE SPECIALS - ENCORE (ISLAND / UMC / UNIVERSAL)

THE SPECIALS - ENCORE (ISLAND / UMC / UNIVERSAL)

Sie tun es immer noch, weil auch in Zeiten wie diesen, klare Kante angesagt ist. Als The Specials Ende der 1970-er Jahre auf der Bildfläche erschienen
und die Musikwelt und freie Geister weltweit mit ihrem Ska- und Reggae-Mix begeisterten, mussten und wollten sie als gemischt-rassige Band auch gegen den allgegenwärtigen Rassismus und Rechtsradikalismus, nicht nur in ihrem Königreich aufbegehren. Wenn sie das heute auf ihrem Reunion-Album immer noch tun, in so formidablen Songs wie „Black Skin Blue Eyed Boy“ und „B.L.M.“, einer Art erschütternder Biografie von Sänger Lynval Golding und der besonders eindringlichen Spoken-Words-Nummer „10 Commandments“ mit der Aktivistin Saffiah Khan als Sprecherin, dann ist der Albumtitel »Encore« einfach nur bitter ironisch zu verstehen.

HEART - LIVE IN ATLANTIC CITY (EARMUSIC / EDEL)

HEART - LIVE IN ATLANTIC CITY (EARMUSIC / EDEL)

Da haben die Heart-Schwestern Ann und Nancy Wilson ja einige sehr illustre Gäste auf die Bühne in Atlantic City eingeladen, nämlich den Ex-RHCPGitarristen
Dave Navarro, die kompletten Alice In Chains, sowie die Country-Sängerinnen Gretchen Wilson und Carrie Underwood. Mit denen arbeiten sie sich durch ihr ohnehin schon sehr beeindruckendes Hit-Repertoire. Mit Alice In Chains rocken sie sich gar herrlich erfrischend durch deren Grunge-Klassiker „Would?“ und „Rooster“. Ebenfalls ein Highlight: Led Zeppelins eindeutiges Statement „Rock´n´Roll“ zeigt auch mit Gretchen Wilsons Stimme seine Unkaputtbarkeit. Dave Navarro leistet an den vier Tracks, an denen er beteiligt ist, eine sehr solide Gitarrenarbeit und verleiht ihnen eine Härte, die so mancher bei Heart in den letzten Jahren vermisst hat. Andererseits sind es aber auch die folkigen Nummern wie „Dog & Butterfly“ (wieder mit Gretchen Wilson) oder „Dreamboat Annie“, die zeigen, wie musikalisch breit aufgestellt Heart immer waren. Mein persönlicher Höhepunkt ist „Misty Mountain Hop“, ein weiteres Led-Zep-Cover, das niemand so klasse covert, wie die Wilson-Schwestern!

STEVE HACKETT - AT THE EDGE OF LIGHT (INSIDEOUT/SONY MUSIC)

STEVE HACKETT - AT THE EDGE OF LIGHT (INSIDEOUT/SONY MUSIC)

Auf diesem aktuellen Album des früheren Genesis-Gitarristen Steve Hackett gibt es die volle Breitseite aller möglichen Spielarten des Progressive Rock, von der klassischen Variante über einen leichten psychedelischen Einschlag, bis hin zu weltmusikalischen Einflüssen, präsentiert in zehn neuen Songs, die es also wahrlich in sich haben. Die vielen Verehrer von Hacketts besonderem und eindrucksvoll facettenreichen Gitarrenspiel haben hier darüber hinaus ebenso viel Grund zur Freude, wie die Fans besonderes der älteren Werke seiner Band Genesis oder Alben der Genrekollegen Yes und King Crimson, aber auch jüngerer Bands wie Spock´s Beard, Flower Kings oder Transatlantic.

PAPA ROACH - WHO DO YOU TRUST? (Eleven Seven Music / Warner ADA)

PAPA ROACH - WHO DO YOU TRUST? (Eleven Seven Music / Warner ADA)

Das Info zum neuen Album stellt fest: „HipHop-Beats? Rap? Punk? Groove-Rock? Elektro? Pop? Alles da!“ Richtig, denn tatsächlich gehen Papa Roach ihren stilistischen Mix nun noch konsequenter an, als auf dem ohnehin schon grandiosen, aber doch sehr stürmischen Vorgänger »Crooked Teeth«, bei dem es mehr um das brutale Grenzenaustesten ging, während nun auf »Who Do You Trust« Feinarbeit geleistet wird. Was vorher nämlich an Extremen versucht wurde, bekommt jetzt den Schliff. »Who Do You Trust« ist harter, alternativer Rock in Perfektion und das bedeutet ganz und gar nicht einen Verlust an Spontanität und Spielfreude. Selten zuvor sind Papa Roach nämlich so explodiert wie bei ihrem, mit voller Absicht an Nirvana erinnernder Eineinhalbminüter „I Suffer Well“! Einfach genial!

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PAUL MCCARTNEY - EGYPT STATION (Universal)

PAUL MCCARTNEY - EGYPT STATION (Universal)

Wo viel Licht ist, da ist auch Schatten. »Fuh You« heißt der Song auf Sir Pauls neuem Album, der quer schießt, weil er nichts anderes ist, als biederer Plastik-Pop. Kein Wunder, denn da hatte ja auch One-Republic-Frontmann Ryan Tedder seine Hände mit im Spiel. Ansonsten allerdings regiert auf »Egypt Station« großes musikalisches Kino! Kurzum, die erste Paul McCartney-Scheibe seit fünf Jahren zieht in Sachen Facettenreichtum und Songwriting, sowie handwerklicher Klasse locker mit »St. Pepper« gleich, wird allerdings dessen revolutionäre Wirkung nicht erreichen.

LENNY KRAVITZ - RAISE VIBRATION (BMG / ADA)

LENNY KRAVITZ - RAISE VIBRATION (BMG / ADA)

Mit diesem neuen Album kehrt Kravitz zurück zu seinen Wurzeln, denn die Parallelen - man schaue etwa nur auf die thematisch-ähnlichen Albentitel - zu »Let Love Rule« sind auch musikalisch ganz offensichtlich. Die Power ist zurück, mit der der New Yorker auf seine Gitarre drischt. Diese treibt seine Songs hier fulminant nach vorne. Bestes Beispiel: Die Eröffnungsnummer »We Can Get It All Together« und die Singleauskopplung »Low«, auf der eine der letzten Gesangseinlagen von Michael Jackson zu hören ist. Kaum ein aktuelles Album derzeit strahlt eine solche Lebensbejahung aus, wie das 11. von Lenny Kravitz.

ROD STEWART - BLOOD RED ROSES (Universal)

ROD STEWART - BLOOD RED ROSES (Universal)

Rod zeigt sich auf seinem Spätwerk nochmal als souveräner Allrounder, dessen Stimme nahezu jedes musikalische Genre veredelt, solange sie nur gut geölt ist. Wenn er im Song »Give Me Love« mehr als deutlich an seine »Do Ya Think I’m Sexy«Zeit erinnert, dann klingt das überraschend frisch, genauso wie seine Motown-Nummer »Rest Of My Life«, die Rock´n´Roller »Hole In My Heart« und »Vegas Shuffle« oder der folkige Titelsong. Natürlich fehlen weder Ballade (»Grace«), noch Crooner-Nummer (»Farewell«). Das ist definitiv gepflegte Rock-Unterhaltung!

PUBLIC IMAGE LTD. - THE PUBLIC IMAGE IS ROTTEN (SONGS FROM THE HEART) (UMV / Universal)

PUBLIC IMAGE LTD. - THE PUBLIC IMAGE IS ROTTEN (SONGS FROM THE HEART) (UMV / Universal)

Bereits mit seinen Sex Pistols machte er Musikgeschichte. Unmittelbar danach schrieb er sie mit seiner neuen Kapelle Public Image Ltd. (kurz: PIL) fort. John Lydon vollzog vor 40 Jahren seinen Abschied vom Punk hin zum Hard-, Industrial- und Art-Rock. 40 Dekaden, diese feiern PIL mit einer sehr außergewöhnlichen, sehr opulenten und mit großer Sorgfalt und Liebe zum Detail daherkommenden 6-LP-Werkschau, inklusive zwei Singles (1978-1989 u. 1998-2015), einem B-Side-, zwei 12“ Mixes & Dance Tracks- und einem unreleased Mixes and Tracks-Album, sowie einem umfangreichen und sehr grandiosen Buch, das die Geschichte dieser außergewöhnlichen Band nachvollzieht. Echte Klasse!

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MILES KANE - COUP DE GRACE (Virgin EMI / Universal)

MILES KANE - COUP DE GRACE (Virgin EMI / Universal)

„Cry On My Guitar« ist ohne Zweifel der beste Marc Bolan & T. Rex-Song, der den Seventies-Glamrockern seit „Teenage Dream“ (1974) nicht mehr gelungen war. Der ehemalige The Rascals- und aktuelle The Last Shadow Puppets-Sänger und -Gitarrist schüttelt diese Nummer mit einer Grandezza aus dem Ärmel, die fasziniert. Auf seinem dritten Soloalbum hat Kane allerdings noch weitere musikalische Pfeile im Köcher, die ihr Ziel treffen. Los legt er nämlich mit einer punkigen Nummer, die an die grandiosen The Damned erinnert, und auch schräge Indie-Rock-Klänge sind ihm gar nicht fremd. Das Ganze packt der Brite in sehr melodiöse, sich niemals anbiedernde Songs von bestechender Intensität und Rock´n´Roll-Schlagkraft.

THE MAGPIE SALUTE - HIGH WATER I (Provogue / Mascot / Rough Trade)

THE MAGPIE SALUTE - HIGH WATER I (Provogue / Mascot / Rough Trade)

Debütalbum der Ex-Black-Crowes-Mitglieder Rich Robinson, Marc Ford und Sven Piepen. Und was für eines! Hard-, Southern und Blues-Rock-Fans kommen hier voll auf ihre Kosten, denn die Band, komplettiert um Sänger John Hogg, einem Kraftprotz von Stimme, Drummer Joe Magistro und Keyboarder Matt Slocum. Grandios, wie sie im Titelsong die psychedelische Rock-Atmosphäre früher Free- und Led-Zeppelin-Tage wieder aufleben lassen. Die Faces lassen grüßen, die Stones ebenfalls, den großartigen Fricklern Grateful Dead meint man kurz danach auf der Spur zu sein, dann Blackberry Smoke in „Send Me An Omen“. Wen das als begeistertem Freund eines klassischen Hard Rock mit seinen vielen Facetten und Wurzeln kalt lässt, dem ist nicht mehr zu helfen.

THE DAMNED - EVIL SPIRITS (Spinefarm / Universal)

THE DAMNED - EVIL SPIRITS (Spinefarm / Universal)

In den 1960-er Jahren habe er damit begonnen sich Platten zu kaufen, dabei sei es um Menschenrechte gegangen, um Feminismus und um die Anti-Atom-Bewegung. Heute, so der The Damned-Bassist Captain Sensible, müsse man sich die Frage stellen, was erreicht worden ist. Nimmt man den Albumtitel »Evil Things« als Antwort, dann wenig! Die englischen Punkrocker denken aber positiv und glauben nach wie vor an die Kraft der menschlichen Solidarität und so klingen dann auch die zehn neuen Songs der Band überwiegend positiv, nach vorne blickend, bestechend optimistisch, trotz der vernehmlichen, dunklen Untertöne. Eine spannende Gratwanderung!

THE KOOKS - LET´S GO SUNSHINE (Kobalt / Rough Trade)

THE KOOKS - LET´S GO SUNSHINE (Kobalt / Rough Trade)

Das beste Album der britischen Indie-Rocker seit Jahren! Die The Kooks aus Brighton machen mit jedem der 15 neuen Songs dem Albumtitel alle Ehre und legen eine beschwingte musikalische Hymne nach der anderen hin und zwar mit einer Leichtigkeit, die beeindruckt. Dabei kreuzen sie gleich mehrere Stile, die die britische Musikszene in den zurückliegenden sieben Jahrzehnten kreiert hat: Beat, Glamrock, Disco, Indie und Punk. All das findet sich auf »Let´s Go Sunshine». Und auch ein Song für oft geschundene VfL-Fans findet sich hier: „Swing Low“ sei für die, so Sänger Luke Pritchard, deren Fußballclub immer verliert, bei The Kooks ist das Crystal Palace.

RISE AGAINST: THE GHOST NOTE SYMPHONIES VOL. 1 (Virgin / Universal)

RISE AGAINST: THE GHOST NOTE SYMPHONIES VOL. 1 (Virgin / Universal)

Die Chicago-Krawallmacher können auch anderes. Auf ihrer neuen Compilation finden sich ältere, bekannte Tracks, u.a. „House On Fire“ oder „Like The Angel“, in alternativen Versionen, akustischen, größtenteils mit Streicherarrangements, daher wohl auch der Zusatz »…SYMPHONIES«. Da, wo sonst aggressiver Alternative-Rock vorherrschte, finden sich nun behutsamere Herangehensweisen an die Songs, die live für Circle-Of-Death-Bewegungen sorgen, dennoch verliert nicht ein Song an Intensität, sondern gewinnt geradezu mehr davon. Ganz in der Tradition eines Billy Bragg oder Frank Turner.

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URIAH HEEP - LIVING THE DREAM (Frontiers / Soulfood)

URIAH HEEP - LIVING THE DREAM (Frontiers / Soulfood)

Hier gibt der Verfasser dieser Zeilen gerne zu, dass ihn sentimentale Gründe, nämlich die »Firefly«-Tour 1977 (das war das erste große Konzert, zu dem die Eltern dem damals 17-Jährigen die Erlaubnis erteilten, die Herner Stadtgrenzen alleine zu überschreiten), zu einem bedingungslosen Fan dieser Band machte. Nicht wenige halten Uriah Heep und deren späte Alben schon seit langem für ein absolut überflüssiges Relikt aus einer rockmusikalischen Steinzeit. Sei´s drum. Die übrig gebliebenen Heeps und Überlebenden mit Sänger David Byron und den Bassisten Gary Thain, John Wetton und Trevor Bolder, schert das auch nicht, sie machen immer weiter, zuletzt der Ex-Keyboarder Ken Hensley mit einem neuen Album »Rare And Timeless«, nun seine ehemalige Band mit dem neuen Werk »Living The Dream «. Das startet mit dem Opener „Grazed By Heaven“ fulminant mit heftigem Schlagzeug, pumpendem Bass, flirrenden Gitarrenriffs und schwindelerregenden Solis, sowie schweren Keyboards und bis zum letzten Track „Dreams Of Yesteryear“ ändert sich an dieser Gangart nur wenig. Nicht nur Heep-Fans, sondern auch Freunde eines klassischen, schweren Hard Rocks, sowie Verfechter eines soliden Handwerks kommen hier voll und ganz auf ihre Kosten, zumal auch das Songwriting den alten Männer noch locker von der Hand geht.

ARCTIC MONKEYS - TRANQUILITY BASE HOTEL + CASINO (Domino/Rough Trade)

ARCTIC MONKEYS - TRANQUILITY BASE HOTEL + CASINO (Domino/Rough Trade)

Nein, das ist nicht mehr die Band, die 2005 den alternativen Tanz-Kracher „I Bet You Look Good On The Dancefloor“ in die Rock-Welt hinausschickte und auch danach eher garagigen Post-Punk- und Indie-Rock fabrizierte. Das in Sheffield gegründete Quartett um den Sänger und Gitarristen Alex Turner meldet sich nun mit einem sechsten Studioalbum zurück, das sehr überrascht, weil von Garage und Rock eigentlich wenig übrig geblieben ist, was von vielen als Glück und Rettung der Band in letzter Sekunde empfunden wird. Eher ist auf »Tranquility Base Hotel + Casino« kunstvolles Musizieren, eher Kopf- als Bauchmusik angesagt. Die Gitarren müssen sich mit einer Statistenrolle anfreunden. Die Songs kommen verhalten daher, Piano-Akkorde spielen „barock-poppige“ Melodien, wie es ein Kritikerkollege trefflich formuliert. Und was soll man sagen: Das hat durchaus einen immensen Reiz! Das hakt man nicht so schnell ab als ein weiteres Album einer einstmals vielversprechenden Band. Das möchte man aber auch eher in einem intimen Ambiente live genießen und nicht bei Rock am Ring!

MADSEN: LICHTJAHRE (Arising Empire / Warner)

MADSEN: LICHTJAHRE (Arising Empire / Warner)

Als ich 2005 die Gelegenheit hatte, die damals noch völlig unbekannten Madsen-Brüder und ihre Mitmusiker-Kollegen vor der Veröffentlichung ihres selbstbetitelten Debütalbums in Berlin kennenzulernen, ahnte weder ich noch der Rest der Welt, von ihrem prominenten Fan und Fürsprecher Thees Uhlmann sicherlich einmal abgesehen, welchen Ruf sich Johannes Madsen und seine Band fortan besonders als Live-Band erspielen sollten. Lichtjahre scheint die erste Begegnung mittlerweile her, doch noch immer halten Madsen das Banner eines intelligenten und dennoch impulsiven, kraftvollen und gerne auch mal poppigen, dann allerdings auch wieder brachialen Indie-Rocks hoch, mit weiterhin cleveren Texten, in ihrer Unaufdringlichkeit und Unaufgesetztheit meilenweit von denen aller Bouranis, Bentzkos, Wiesingers und weiterer deutschsprachiger Revolverhelden entfernt. Ein Song wie „Keiner“, der dem Wunsch nach Intimität und Genuss des Moments in einer immer öffentlicheren Welt in schlauen Worten und treffenden Versen auch auf musikalisch beeindruckende Weise Ausdruck verleiht, sei hier exemplarisch genannt. Wer den klasse Auftritt von Madsen in diesem Frühjahr in einem ihrer „Lieblingsclubs“, so die Band, der Bochumer Zeche verpasst hat, der muss sich bis zum zweiten Teil der Clubtour im Oktober gedulden, um Versäumtes nachzuholen.

Neue Musik

KIM WILDE - HERE COME THE ALIENS (Wildeflower/earMusic/Edel)<br/>KYLIE MINOGUE - GOLDEN (BMG)<br/>LISA STANSFIELD - DEEPER (BMG)

KIM WILDE - HERE COME THE ALIENS (Wildeflower/earMusic/Edel) | KYLIE MINOGUE - GOLDEN (BMG) | LISA STANSFIELD - DEEPER (BMG)

Drei erfolgreiche Damen der glitzernden 80-er Jahre mischen auch aktuell die Popszene mit ihren jeweiligen, neuen Alben und absolut frischen Songs auf. Vor ihrem Bochum-Besuch im Oktober (08.10.2018, Zeche) haut die Britin Kim Wilde mit Bruder Ricky, Schwester Roxanne und Nichte Scarlett 12 neue Stücke raus, getreu dem Motto und Albumsong: „Pop Don´t Stop“. Die Australierin Kylie Minogue hat ihr neues Album in Nashville eingespielt und, beinahe klar, es gibt ein bisschen Country zu hören, eingestreut in die typischen Kylie-Disco-Pop-Nummer, die aber nach wie vor ungemein gut in Ohren und Beine übergeht. Die Dritte im Bunde kommt wieder aus England. Lisa Stansfield hat die beste, weil voluminöseste Stimme der drei Damen hier und die kommt in den neuen, wie immer souligen, sogar funkigen bis break-beatigen Songs sehr gut zum Tragen.

ELTON JOHN: REIMAGENING THE SONGS OF ELTON JOHN & BERNIE TAUPIN - REVAMP RESTORATION (beide: Universal)

ELTON JOHN: REIMAGENING THE SONGS OF ELTON JOHN & BERNIE TAUPIN - REVAMP RESTORATION (beide: Universal)

Zwei Song-Zusammenstellungen, die das musikalische Werk von Elton John und seinem Textschreiber Bernie Tauben würdigen. Anlass ist sicherlich der Abschied des begnadeten Songschreibers aus dem englischen Watford von der Bühne. »Revamp« vereint neue Interpretationen von unvermeidlichen Kollegen wie Ed Sheeran, Miley Cyrus, Lady Gaga oder Sam Smith, der leider den wunderbaren Song „Daniel« erwartungsgemäß verheult..., aber auch solche von den Queens Of The Stone Age („Goodbye Yellow Brick Road“) und Florence + The Machine („Tiny Dancer“), die tatsächlich der Vorlage neue Facetten abgewinnen. Recht klischeefreie Country-Adaptionen erwarten den geneigten Hörer auf »Restoration«. Willie Nelson, Rosanne Cash, Dolly Parton, Chris Stapleton und andere namhafte Genre-Kollegen/innen kleiden Klassiker wie den „Rocket Man“ oder die „Honky Cat“ in neue musikalische Gewänder, die ebenso wie die  »REVAMP«-Songs zeigen, dass das Oeuvre der beiden Hitlieferanten einfach unverwüstlich ist.

FRANK TURNER - BE MORE KIND (Universal)

FRANK TURNER - BE MORE KIND (Universal)

Musikalisch durchaus facettenreicher, in den wütenden Momenten aber immer noch im urwüchsigen Punkrock verwurzelt, präsentiert sich der britische Singer/Songwriter auf seinem neuen Album, das nur wenige Monate nach der Compilation »Songbook« erscheint. Richtig sauer hört man ihn in dem Song
„1933“, das sich entschieden und empört der völlig abwegigen Legende entgegen stellt, die rechte Bewegung in den USA sei Punk. Ein typischer Turner, wütend und engagiert in der politischen Sache! „Make America Great Again“ schlägt da in eine ähnliche Kerbe mit ziemlich heftigen Gitarren-Riffs. „Little Changes“, ein weiterer Song, deutet die Veränderungen an. Frank Turner ist groovender geworden, der Sound satter, mehr Produktion statt eher spartanisch, wie früher. Gut tut ihm das und dem Album insgesamt auch.

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BLACK REBEL MOTORCYCLE CLUB | WRONG CREATURES (Abstract Dragon / [PIAS] / Cooperative)

BLACK REBEL MOTORCYCLE CLUB | WRONG CREATURES (Abstract Dragon / [PIAS] / Cooperative)

Ziemlich heftige - aber mittlerweile zum Glück behobene - gesundheitliche Probleme von Schlagzeugerin Leah Shapiro sowie Symptome von körperlichen wie psychischen Belastungen bei den beiden anderen Bandmitgliedern Peter Hayes und Robert Levon Bean hatten zuletzt dazu geführt, dass die kalifornischen Alternative-Rocker BRMC eine Schaffenspause einlegen mussten. Umso größer die Freude nun, da es ein neues Album des US-Trios zu genießen gibt, das so voller Kraft und Vitalität daher kommt, wie es manch einer von den Dreien nicht mehr zu hoffen gewagt hat. Nick-Cave- und Arcade-Fire-Produzent Nick Launay hat den sehr alternativen Sound der Band aus Americana-Folk, Blues, Psychedelic-Rock und Punk - zwischen The Stooges, The Doors, The Jesus & Mary Chain und The Bad Seeds - zu einem sehr stimmungsvollen, enorm intensiven und faszinierenden Ganzen zusammen geführt - im Grundton sehr melancholisch und düster, aber mit einer spürbar lebensbejahenden Kraft!

BLACKBERRY SMOKE - FIND A LIGHT (Earache /ADA Warner)

BLACKBERRY SMOKE - FIND A LIGHT (Earache /ADA Warner)

Immer größere Aufmerksamkeit genießen die Southern-Rocker aus Georgia mittlerweile auch zwischen Flensburg und dem Bodensee, was nur natürlich ist, denn von Album zu Album - das letzte war das grandiose Werk »Like An Arrow« - entwickelt die Band um Sänger und Gitarrist Charlie Starr ihren Sound konsequent und intelligent weiter, der schon längst nicht mehr nur auf die Genre-Eckpunkte Allman Brothers und Lynyrd Skynyrd begrenzt ist. Auf »Find A Light« gehen dem Quintett nun weitere musikalische Lichter auf: Klar ist der Southern Rock die Basis, aber mehr und mehr deutlich hinzu kommen Einflüsse aus dem Blues, dem Folk, aus Country und und Americana, Soul und Gospel. Das alles verschmelzen Blackberry Smoke auf ihrem neuen, 6. Studioalbum in jedem einzelnen Song - wohlgemerkt! - zu einem mittlerweile ureigenen Sound. Und wenn die Georgianer weiterhin so emsig musizieren - ein Album pro Jahr, wie in den guten, alten Zeiten! - , dürfen wir uns bereits im nächsten Jahr auf ein weiteres Album-Highlight von Blackberry Smoke freuen!

FRANZ FERDINAND - ALWAYS ASCENDING (Domino / Good To Go)

FRANZ FERDINAND - ALWAYS ASCENDING (Domino / Good To Go)

Gleich zwei neue Männer, Gitarrist Dino Bardot und Keyboarder Julian Corrie, ersetzen den ausgestiegenen Tastenmann Nick McCarthy und bringen spürbar frischen Wind in den Sound der Schotten. Weiterhin angeführt vom charismatischen Frontmann Alex Kapranos spielen Franz Ferdinand auf »Always Ascending« sowohl experimentierfreudiger als zuvor und gleichzeitig entspannter auf. Von durchgehend federnden Bass- und Drum-Grooves getragen, spannt sich ein musikalischer Bogen von krautigem Rock (Can, Czukay & Jah Wobble, Eno) über Glam-Pop (Roxy Music, Bowie, Sparks) bis hin zu Indie-Brit-Rock-Klängen (eher Blur als Oasis, Pulp, Bloc Party, Maximo Park, Editors, Interpol) und die melancholische Düsternis eines Nick Cave - man lausche etwa der Gänsehaut hervorrufenden Nummer „The Academy Award“. Teils sind die Stücke opulent und überbordend in Szene gesetzt, mit schwelgerischen Melodien und ausufernden Harmonien, aber dennoch durchweg mit Ecken und Kanten versehen, die alle 10 Tracks des Albums zu einem außerordentlich spannenden Hörvergnügen machen, zu denen man gerne und gut aber auch die Extremitäten in rhythmische Bewegungen versetzen darf.

MANIC STREET PREACHERS - RESISTANCE IS FUTILE (Sony Music)

MANIC STREET PREACHERS - RESISTANCE IS FUTILE (Sony Music)

Dass Widerstand tatsächlich zwecklos ist, wie es der Albumtitel behauptet, das glauben die Manic Street Preachers aus Wales wohl selber nicht. Immer wieder macht die Band nämlich durch politische Texte auf sich aufmerksam, weniger als zuvor allerdings auf diesem, lange erwarteten, neuen Album. Musikalisch schlägt das Trio hier zunächst einmal eine Brücke zwischen den rockigen Klängen von »Generation Terrorists« und dem opulent orchestrierten, sehr melodischen Sounds von »Everything Must Go«. Das funktioniert prächtig, weil die drei Herren außerordentliche Kreativköpfe und versierte Songschreiber sind. Die Kunst als Fluchtort, eine mehr und mehr sich in Verwirrungen verstrickende Realität, Erinnerung und Verlust, das sind die Themen, um die die Songs inhaltlich kreisen, also keine oberflächlichen Dinge werden angerissen, sondern wieder gibt es ein tiefgründiges Nachdenken, im Großen und Kleinen. Sehr schade, dass die Band hierzulande nur eine kleine, aber treue Fangemeinde hinter sich hat, was aber kein Schicksal ist, in das sich eine noch ignorante Mehrheit fügen sollte.

SIMPLE MINDS - WALK BETWEEN WORLDS (BMG)

SIMPLE MINDS - WALK BETWEEN WORLDS (BMG)

Der legendären Glasgower Konzerthalle Barrowlands haben schon Kolleg/innen vor den Simple Minds ihre Referenz erwiesen. Amy MacDonald etwa, oder Big Country. Nun tun ihnen das Jim Kerr und seine Kollegen auf ihrem neuen Werk »Walk Between Worlds« mit der enorm stimmungsvollen Nummer „Barrowland Star“ gleich und ihnen gelingt damit einer der besten Songs ihres mittlerweile 17. Studioalbums. Dessen Sound hat sich übrigens aus der vorangegangenen akustischen Phase der Band ergeben, die Anlass gab zu mehr Experimentierfreudigkeit. Insofern darf sich der Hörer nun auf ein sehr facettenreiches Stück 80-ies Rock freuen, mit kraftvollen Songs ebenso wie eher atmosphärischen, beinahe für die Leinwand geeigneten Stücken.

BARRY WHITE - THE COMPLETE 20TH CENTURY SINGLES (1973-1979) (Mercury / Universal)

BARRY WHITE - THE COMPLETE 20TH CENTURY SINGLES (1973-1979) (Mercury / Universal)

Die olle Schmusebacke ist selbst posthum noch die Messlatte für alle Musikanten des Soul, die es ihm in diesem Genre gleichtun wollen. Und was für einer Mammutaufgabe sich die Nachfolger stellen müssen, machen die drei Scheiben in dieser kleinen CD-Box klar und deutlich. A- und B-Seiten sind hier versammelt, eingespielt noch ohne viel elektronischen Schnickschnack und ohne Grooves und Beats aus dem Rechner. Man lausche etwas mit Hingabe mal nicht Barrys samtener Stimme, sondern dem genialen, trockenen Schlagzeug, das jeden White-Klassiker - und ganz viele, von „You´reThe First, The Last, My Everything“ über „It´s Exstasy When You Lay Down Next To Me“ bis „Let The Music Play“, sind hier in der Kiste - mit mehr Druck und Wucht vorantreibt, selbst die edelste Liebesschnulze, als es die modernste Technik je hinkriegen wird.

ROBERT PLANT & THE SENSATIONAL SPACE SHIFTERS - LIVE AT DAVID LYNCH´S FESTIVAL OF DISRUPTION (Eagle Vision / Universal)

ROBERT PLANT & THE SENSATIONAL SPACE SHIFTERS - LIVE AT DAVID LYNCH´S FESTIVAL OF DISRUPTION (Eagle Vision / Universal)

Jeder Plant-Fan wartet natürlich auch immer darauf, ob sich die Stimme des Rock auch mal wieder an Led-Zeppelin-Klassikern versucht. Macht er, wenngleich auch auf seine ganz eigene Art und Weise, nämlich indem er sie in ein neues, musikalisches Gewand kleidet. Das besteht dann weniger aus hard-Rock-Klängen als aus einer Mixtur von Rock, Blues, Folk und Ethno-Klängen, was aber die Altvorderen auch nicht weiter verblüfft, denn bereits die Zeppeline experimentierten mit diesen Klängen. Plant live ist auch in der Gegenwart noch ein prickelndes Erlebnis. Als Gast auf Lynchs esoterischem Festival, dessen Hintergründe in den Bonus-Features dieser 77-minütigen DVD näher erläutert werden, ist der Mann sehr gut aufgehoben und es wird einmal mehr schnell klar, warum sich kaum jemand dem Charisma dieses Sängers entziehen kann, selbst wenn Plant sichtbar in die Jahre gekommen ist. Mögen ihm davon noch sehr, sehr viele beschieden sein!

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MAGNUM | LOST ON THE ROAD TO ETERNITY (SPV)

MAGNUM | LOST ON THE ROAD TO ETERNITY (SPV)

Seit über 40 Jahren ist die britische Rockband Magnum eine feste Konstante im sich immer schneller drehenden Musikgeschäft. In den 80er Jahren vor allem in ihrer Heimat mit etlichen Radio-Hits überaus erfolgreich, haben die Mannen um Sänger Bob Catley auch in Deutschland seit Jahrzehnten ein treues und folgsames Publikum. Den eingängigen Melodien und den packenden Riffs kann man sich überhaupt nicht entziehen, dazu kommt die fesselnde und schon fast magische Stimme Bob Catleys, der seine Zuhörer dank erstklassiger Fantasy-Texte auf eine spektakuläre Reise in ein magisches Wunderland entführt. Das brillante Cover-Artwork der Legende Rodney Matthews tut ihr übriges und wie man über einen solchen Zeitraum so erfolgreich und kreativ sein kann ist mir fast ein Rätsel. Ein Ohrwurm jagt den nächsten und hier kann man einfach nicht schreiben „das Beste Album seit“, denn diese Band hat seit 30 Jahren kein schwaches Album mehr abgeliefert...oder hat sie überhaupt jemals ein schwaches Album abgeliefert? Ganz großer Melodic-Rock wie er packender nicht sein könnte. Kaufempfehlung auch als Doppel-Vinyl!

ANVIL | POUNDING THE PAVEMENT (SPV)

ANVIL | POUNDING THE PAVEMENT (SPV)

Metallica, Motörhead und viele andere Stars bewundern diese Band. Seit 1978 sind Anvil der Inbegriff für leidenschaftlichen Heavy Metal. Trotz widriger Nackenschläge haben die Kanadier sich immer wieder aufgerafft und ein Album nach dem anderen für ihre Fans abgeliefert. Als 2008 der Film „Anvil! Die
Geschichte einer Freundschaft“ weltweit in den Kinos Besucherrekorde brach und auch auf DVD und Blu-ray zum Renner wurde, waren Anvil von jetzt auf gleich Superstars für jede Hobby-Band und jeden Metal-Fan. Seit dem sind die Clubs in der Größenordnung unserer Zeche wieder gut gefüllt, Anvil sind wieder schwer angesagt. Auf „Pounding The Pavement“ bieten Anvil Dampfhammer-Hits wie „Smash Your Face“ und dynamische Rocker wie „Rock That Shit“. Der Name ist sozusagen Programm! Vielleicht ist dieses Album nicht der ganz große Wurf, es reicht aber allemal um Rockfans glücklich zu machen.

BJÖRK | UTOPIA (One Little Indian / Embassy Of Music)

BJÖRK | UTOPIA (One Little Indian / Embassy Of Music)

Auch wenn sich die isländische Sirene auf ihrem neuen Album genauso wenig in eine musikalische Schublade einsortieren lässt wie auf ihren vielen vorangegangenen Alben, die auch für viele Ohren eher sperrig oder gar kitsch-beladen daher kamen, man kann und darf durchaus in Verzückung geraten
angesichts der bunten, besser: bizarren Klang - und Melodienvielfalt, die einem auf UTOPIA entgegen schallt. Nicht nur werden einem die Flötentöne beigebracht, sondern auch Harfen erklingen, dazwischen Naturgeräusche, und elektronische Soundschnipsel gesellen sich ebenfalls hinzu. Über allem:
Björks… Stimme, immer am Rande des Kakophonischen. Das ist ebenso schräg wie faszinierend.

LIAM GALLAGHER | AS YOU WERE (Warner) NOEL GALLAGHER´S HIGH FLYING BORDS | WHO BUILT THE MOON (Sour Mash / Indigo)

LIAM GALLAGHER | AS YOU WERE (Warner) NOEL GALLAGHER´S HIGH FLYING BORDS | WHO BUILT THE MOON (Sour Mash / Indigo)

Was für ein Glück, dass die beiden Gallagher-Brüder und Intimfeinde Liam und Noel diese Doppelbesprechung wohl nicht zu Gesicht bekommen und auch nicht die Erkenntnis des Verfassers, dass beide Scheiben zusammen ein außerordentlich feines, neues Oasis-Album ergeben hätten. Liams erster Solo-Streich ohne Beady Bell strotzt vor herrlich-fulminanten Beat-Melodien und grandiosen Beat-Songs. Da hat der Sänger und Songschreiber nichts, aber auch gar nichts verlernt. Johnny Marr und Seine-Mod-Hoheit Paul Weller sind illustre Gäste auf Noels Gallaghers dritter Scheibe mit Band; besonders aber ist es der irische DJ und Producer David Holmes, der hier die entscheidenden Akzente setzt. Die geraten erstaunlich experimentell, mit psychedelischen, beinahe krautigen Klängen ebenso wie mit Electro, Disco, Soul und natürlich Rock! Ein Gallagher-Doppelpack, der rundum begeistert!

DEEP PURPLE | THE INFINTE LIVE RECORDINGS VOL. 1 (earMusic / Edel) DEEP PURPLE | A FIRE IN THE SKY | A CAREER-SPANNING COLLECTION WHITESNAKE | THE PURPLE TOUR (beide: Warner)

DEEP PURPLE | THE INFINTE LIVE RECORDINGS VOL. 1 (earMusic / Edel) DEEP PURPLE | A FIRE IN THE SKY - A CAREER-SPANNING COLLECTION WHITESNAKE - THE PURPLE TOUR (beide: Warner)

Das volle Deep-Purple-Brett, bevor die Band sich nach der nächsten Tour in den Ruhestand verabschiedet. Und dazu noch in herzerfrischenden Vinyl-Editionen in allerbester Klangqualität. Beim Hellfest 2017 sind die drei Scheiben von »The Infinite Live Recordings« mitgeschnitten und die alten Recken rocken Altes und Neues in bester Spiellaune. Und dann ist da noch die grandiose Purple-Werkschau, benannt nach einer Songzeile aus… Bitte gerne mal raten! Auf drei Vinyls gibt´s nur die Gassenhauer von Gillan, Glover, Paice & Co, aber rückwärts, von „Hell to Pay“ bis “Hush“! Was für eine Kapelle geht uns da verloren, aber die Songs bleiben ja! Und Herr Coverdale mit seiner Truppe, die aktuell auf zwei Vinyls besonders die »Burn«-, »Stormbringer«- und »Come Taste The Band«-Episode von Purple live abfeiern, aber auch eigenes Material zum Besten geben.

THE ROLLING STONES | ON AIR (ABKCO / Universal)

THE ROLLING STONES | ON AIR (ABKCO / Universal)

Was für ein herrliches Doppel-Vinyl, das sich da auf dem Plattenteller dreht, und was für herrliche Songs aus - auf den ersten Blick - den so guten, alten Zeiten - zwischen 1965 und 1967 - schallen einem da entgegen. Die noch blutjungen Stones spielten damals so manche Show für BBC-Sendungen (u.a. Saturday
Club, Yeah Yeah und Top Gear) und auch Tracks, die später nie auf Alben veröffentlicht wurden. 32 frühe Jagger/Richards-Komposition und Chuck-Berry-, Bobby-Womack- u.a. Coverversionen, allesamt mit größtmöglicher Leidenschaft vorgetragen, machen »On Air« zu einem einmaligen und 180 Gramm
schweren Vinyl-Hörerlebnis, Download-Code inklusive.

SPARKS | KIMONO MY HOUSE PROPAGANDA INDISCREET BIG BEAT (alle: Island / Universal)

SPARKS | KIMONO MY HOUSE PROPAGANDA INDISCREET BIG BEAT (alle: Island / Universal

Wenn es in den 1970-er bis in die 1980-er Jahren tatsächlich eine auch musikalisch schillernde Band gab, dann waren das die Mael-Brüder, die sich treffen Sparks nennen. Erst zwischen Rock und Kitsch und dann zwischen Pop und Kitsch hin und her pendelnd, mit ebenso schrägen wie ergreifenden Melodien
hantierend, veröffentlichten die Sparks ein klasse Album nach dem anderen, die nun endlich wieder 180 Gramm schwer auf Vinyl (inkl. Download-Code) aufliegen und heute genauso begeistern wie am ersten Tage! Was die Jungs heute noch Grandioses können, zeigt übrigens das aktuelle Studioalbum
»Hippopotamus«..

Neue Musik

Beck | Colors (Capitol / Universal)

Beck | Colors (Capitol / Universal)

Wer den Jungs Altersschwäche vorausgesagt hat, sieht sich getäuscht. Die deutsche Heavy-Meta-Institution ist auch ohne Ex-Sänger Udo Dirkschneider extrem stark. Das neue Material hat eine ungeheure Wucht und ist unglaublich eingängig. Da die Scorpions mittlerweile in Langeweile vergehen, sind Accept eine richtig alte, wieder aufblühende Blume, die ihr Pulver anscheinend noch nicht verschossen hat. Wer Songs wie „Die by the sword“ oder „The Rise Of Chaos“ beim Autofahren hört, wird das Gaspedal schneller finden als ihm lieb ist, daher also besser nicht während der Fahrzeugführung hören!

Foo Fighters | Concrete And Gold (RCA / Sony)

Foo Fighters | Concrete And Gold (RCA / Sony)

Elf neue Tracks der US-Stadion-Rocker um den Ex-Nirvana-Trommler Dave Grohl, der mit seinen vier anderen Foo Fightern aber längst, und eigentlich von Beginn an, zu einer Einheit verschmolzen ist. Das hat sich die Jahre über ausgezahlt!
Die Songs sind nach wie vor Teamarbeit, sämtliche weiteren Entscheidungen ebenfalls. Alles aus einem Guss also. So gelingt dann auch die neue Scheibe „Concrete And Gold“, auch, wenn Songs wie „Dirty Water“ oder die Titelnummer anzeigen, dass die Band auch etwas schrägen Pop oder auf Them-Crooked-Vultures-Pfaden wandeln kann. Songs wie „Run“ oder „The Line“ sind dann wieder auf Foo-Fighters-Line, ehe „Sunday Rain“ wieder etwas in Richtung Stoner Rock ausschert. Das macht „Concrete And Gold“ insgesamt zu einem eher etwas sperrigen, aber mit Sicherheit sehr guten Album der Foo Fighters.

Yusuf / Cat Stevens | The Laughing Apple (Cat-O-Log Records / Decca / Universal)

Yusuf / Cat Stevens | The Laughing Apple (Cat-O-Log Records / Decca / Universal)

Wenn man einmal von all seinen schrecklichen Äußerungen über Salman Rushdie (Unterstützung des Mordaufrufs), Blasphemie (sollte bestraft werden) oder Homosexualität (ist Sünde) hinweg und sie als Artikulation eines kranken Verstandes sieht, dann findet man am neuen Album des Künstlers und Musikers Cat Stevens oder Yusuf Islam, wie er ja auch heißt, tatsächlich Gefallen. Seine nun mit leichtem orientalischen Einschlag daher kommenden neuen Songs (stimmt nicht so ganz, denn viele sind bereits in den frühen Jahren entstanden), also neu ist hier im Sinne von noch nicht veröffentlicht oder neu aufgenommen zu verstehen, atmen so intensiv die so immens eindringliche und folkige Stimmung solcher Klasse-Alben wie „Tea For The Tillerman“, dessen Vorgeschichte hier erzählt wird oder „Teaser And The Firecat“, sodass man schon sehr erstaunt darüber sein darf, wie dieser Mann sein so beeindruckend stimmungsvolles Songwriting über die vielen Jahre hinweg zu konservieren vermochte. Ein Track wie „Mighty Peace“ klingt in Wort und Ton ja auch immerhin so, als sei der Verstand des Cat Stevens wieder bei Sinnen!

Vangelis | Delectus The Polydor & Vertigo Recordings 1973-1985 (Polydor)

Vangelis | Delectus The Polydor & Vertigo Recordings 1973-1985 (Polydor)

Woow! Soundtüftler und Keyboard-Spezialist Vangelis hat uns nicht nur das weltbekannte „Chariots of fire“ und den Soundtrack zu „Blade Runner“ bescherrt,
er war auch sonst in vielerlei Hinsicht musikalisch wegweisend. Nun gibt es eine fast zwei Kilo schwere Box in LP Größe mit 13 CDs und einem wunderbaren, großformatigen Buch mit sehenswerten Fotos und allen LP-Covern, der in der Box enthaltenen Alben. Hier wurde Musikgeschichte geschrieben. Schön, dass wir dies Alles zusammengefasst noch einmal genießen und erleben dürfen! Ein großer Dank an den mittlerweile ins Alter gekommenen Griechen für diese besonderen, musikalischen Momente! Eine Deutschland-Tour wäre zum Ende seiner Karriere eine wirklich schöne Sache! Drücken wir die Daumen! Vangelis – Delectus The Polydor & Vertigo Recordings 1973-1985 (Polydor)

Neue Musik

Accept | The Rise Of Chaos (Nuclear Blast)

Accept | The Rise Of Chaos (Nuclear Blast)

Wer den Jungs Altersschwäche vorausgesagt hat, sieht sich getäuscht. Die deutsche Heavy-Meta-Institution ist auch ohne Ex-Sänger Udo Dirkschneider extrem stark. Das neue Material hat eine ungeheure Wucht und ist unglaublich eingängig. Da die Scorpions mittlerweile in Langeweile vergehen, sind Accept eine richtig alte, wieder aufblühende Blume, die ihr Pulver anscheinend noch nicht verschossen hat. Wer Songs wie „Die by the sword“ oder „The Rise Of Chaos“ beim Autofahren hört, wird das Gaspedal schneller finden als ihm lieb ist, daher also besser nicht während der Fahrzeugführung hören!

Bröselmaschine – Indian Camel (MIG)

Bröselmaschine – Indian Camel (MIG)

Sie sind eine DER Krautrock-Legenden der 70er Jahre und nach über 30 Jahren hauen sie wie aus dem Nichts ein Neues Album heraus. Cheffe Peter Bursch, millionen Kinder und Erwachsene haben nach seinen Lehrbüchern das Gitarrespielen erlernt und man nennt ihn nicht umsonst „Gitarrenlehrer der Nation“, hat mit fast originaler Besetzung ein wunderbares Album geschrieben, das einen sogar  in die Faszination der musikalischen Klänge von
1000 und einer Nacht entführt. Mit dabei als Gäste sind Helge Schneider, Gitarren-Legende Lulo Reinhardt und Percussion-Wunder Nippy Noya (u.a. Chaka Khan). Highlight ist das über zwölfminütige „Indian Camel“, bei welchem die Band im Studio stark improvisiert hat. Ein tolles Album für einen entspannten
Abend.

Golden Earring | The Complete Studio Recordings

Golden Earring – The Complete Studio Recordings

Was flatterte uns denn da ins Haus? Eine 29 CDs starke Superbox der niederländischen Rock-Legende Golden Earring, die bei uns spätestens seit Ilja Richter`s disco und ihrem großen Welthit „Radar Love“ aus 1973 nicht mehr wegzudenken sind. Natürlich folgten im Laufe der Jahre weitere Hits und die Band ist bis heute extrem erfolgreich und weiterhin auch auf den Bühnen dieser Welt aktiv. Die Box enthält alle 29 Studioalben, leider nicht das geniale Live-Album aus den 70ern, das sicherlich zum Besten seiner Art gehört. Dafür gibt es aber massig Unveröffentlichtes und das macht auch Spaß. Für knapp 110 Euro im Handel erhältlich und jeden Cent wert bei einem Durschnittspreis von knapp 3,80 Euro pro Silberling!

Vangelis | Delectus The Polydor & Vertigo Recordings 1973-1985 (Polydor)

Vangelis | Delectus The Polydor & Vertigo Recordings 1973-1985 (Polydor)

Woow! Soundtüftler und Keyboard-Spezialist Vangelis hat uns nicht nur das weltbekannte „Chariots of fire“ und den Soundtrack zu „Blade Runner“ bescherrt,
er war auch sonst in vielerlei Hinsicht musikalisch wegweisend. Nun gibt es eine fast zwei Kilo schwere Box in LP Größe mit 13 CDs und einem wunderbaren, großformatigen Buch mit sehenswerten Fotos und allen LP-Covern, der in der Box enthaltenen Alben. Hier wurde Musikgeschichte geschrieben. Schön, dass wir dies Alles zusammengefasst noch einmal genießen und erleben dürfen! Ein großer Dank an den mittlerweile ins Alter gekommenen Griechen für diese besonderen, musikalischen Momente! Eine Deutschland-Tour wäre zum Ende seiner Karriere eine wirklich schöne Sache! Drücken wir die Daumen! Vangelis – Delectus The Polydor & Vertigo Recordings 1973-1985 (Polydor)

Roger Waters | Is this life we really want? (Sony Music)

Roger Waters | Is this life we really want?

Der Mann war neben David Gilmour der Kopf bei Pink Floyd, doch bereits während „The Wall“ krachte es gewaltig und nach „The Final Cut“ gab es die unvermeidliche Trennung. Waters machte solo weiter und das zum Teil recht erfolgreich. „The Wall“ machte ihn dann vor ein paar Jahren erneut groß. Nun
kommt nach 25 Jahren ein neues Rockalbum und der alte Mann der Rockmusik hat endlich wieder etwas zu sagen, womit nicht wirklich jeder gerechnet hatte. Er singt über die unsichere Welt und moderne Zeiten und tatsächlich darf man es irgendwo zwischen „Animal“ und „The Wall“ einordnen. Wer hätte das gedacht? Auch als Vinyl erhältlich!

The Beatles | Sgt. Peppers Lonely Heart Club Band (Apple)

The Beatles | Sgt. Peppers Lonely Heart Club Band (Apple)

Im vergangenen Jahr feierte „Revolver“ sein 50-jähriges Jubiläum, nun ist es „Sgt. Pepper`s“. Ob es tatsächlich das wichtigste Album der modernen  Rockmusik ist? Keine Ahnung, aber auf jeden Fall gehört es zu den besten Alben aller Zeiten und das neue Master klingt einfach fantastisch. Auf der Bonus-
CD gibt es alternative Versionen, sowie rare und nie veröffentlichte Outtakes, die maximal als Bootleg rotierten. Der Titelsong selbst „Lucy in the sky with Diamonds“ und alle anderen Nummern sind der perfekte Soundtrack für den Sommer. Absolut unverzichtbar!

Helene Fischer – Helene Fischer (Polydor)

Helene Fischer – Helene Fischer (Polydor)

Tja, da streiten sich einmal mehr die Geister, die einen hassen sie, die anderen verehren sie abgöttisch, aber wenn man sich die restlos ausverkauften Stadien
anschaut, dann scheint Deutschland sie einfach nur zu lieben. Schlager muss man nicht mögen, aber wenn er schon läuft, dann bitte von Helene. Da kann
selbst Andrea Berg nicht mithalten und erfolgreich ist diese Dame ja auch. Das neue Album setzt auf einen modernen Sound, nicht zu kitschige Texte und
eine fette Produktion, die keine Fragen offen lässt. Sogar leichter Country, Chanson und sogar Latino ist zu hören. Das hat Frau Fischer, ähem, ihr  antastisches Produktionsteam, hervorragend umgesetzt. Die Frau hat Format, keine Frage!

Kraftklub – Keine Macht für Niemand (Vertigo)

Kraftklub – Keine Macht für Niemand (Vertigo)

Egal ob Bendzko, Tawil und wie sie alle heißen, das Rumgeschnulze geht einem manchmal aufs Rädle. Erfrischend, wenn dann eine Kapelle wie Kraftklub
auftritt und zeigt, dass es auch ganz anders mit deutschen Texten geht. Nach ihrem erfolgreichen Debüt präsentiert sich die Band auf ihrem dritten Album
absolut vielseitig. Die Chemnitzer treffen den Nerv der Zeit und treten, wie man so schön sagt, kräftig Ärsche. Das ist richtig guter deutscher Rock-Pop mit eingängigen Harmonien und langweilig wird es eigentlich nie. Weiter so Jungs!

Neue Musik

Oscar Peterson | Walking the line (MPS)

Oscar Peterson – Walking the Line

Dass der Jazz mittlerweile leider nur noch ein Schattendasein führt, ist allgemein bekannt, doch zwischendurch werden auch große Klassiker neu erausgebracht,
die es durchaus wert sind, neu entdeckt zu werden. Dazu gehört auch Walking the line des großartigen US-Pianisten Oscar Peterson, welcher Anfang der 70-er Jahre mit diesem Album für Furore sorgte.
Die Remaster-Meister Christoph Stickel und Dirk Sommer haben hier in punkto Sound ganze Arbeit geleistet. Dieses Album ist so etwas von erfrischend und
kurzweilig, dass man nicht genug davon bekommen kann. Die richtige Platte für den kommenden Sommer und vor allem auch für NICHT-Jazzer durchaus interessant.
Erhältlich als CD und Vinyl!

Rolling Stones | Blue & Lonesome (Polydor)

Da sind die alten Herren wieder! Nach über 10 Jahren veröffentlichen die Rock-Opis tatsächlich noch einmal ein Album und was ist das...es klingt entgegen
die Ewartungen richtig frisch und locker. Mittlerweile haben die Stones eine mächtige Blues-Seite, diese ist auf „Blue & Lonesome“ noch ausgeprägter
als auf den Vorgängern, denn die Stones erweisen ihren großen Blues-Helden die Ehre. Legenden des Chicago-Blues wie Howlin’ Wolf, Otis Rush, Willie
Dixon und Jimmy Reed wird der Hof gemacht und bei zwei Stücken gesellt sich sogar Eric Clapton dazu. Die Scheibe ist kurzweilig, unterhaltsam
und wurde in Mark Knopflers (Dire Straits) Studio auf höchstem Level produziert. Erhältlich auch als Vinyl.

Randy Newmann | The Randy Newman Songbook (Nonesuch)

Der Mann ist einer der einflussreichsten amerikanischen Songwriter aller Zeiten. Nach Teil 1 und Teil 2 aus den Jahren 2003 und 2011 folgt nun Teil 3 seiner großen Retrospektive. Dabei ist Retrospektive hier als ein persönlicher Akt des Künstlers zu verstehen, denn Randy Newman kehrt mit aktueller Perspektive zu seinen Klassikern zurück, die er in neuen und auf das Piano konzentrierten Versionen vorlegt. Essentiell und ganz große Songwriter-Kunst auf 3 CDs!

Schiler | Zeitreise (Island)


Nach dem Schiller 2016 sein neues Album „Future“ vorstellte, das bis auf Platz Eins der deutschen Charts kletterte, ging es für den Elektro- und  Ambientkünstler im September und Oktober auf große Hallentournee. Mit „Zeitreise – Live“ gibt es jetzt das Livealbum, sowie den filmischen Mitschnitt
seiner Konzertreise quer durch Deutschland, eine Sammlung seiner größten Hits und Klassiker, live performt und begleitet von eindrucksvollen Visuals.
Hierbei sticht vor allem die limitierte, in farbigem Vinyl erhältliche Variante heraus, welche mit einem warmen und voluminösen Klang überzeugt. Schiller und
Schallplatten-Fans sollten zugreifen!